MÄRKTE AM MORGEN | Erhöhte Vorsicht vor dem Wochenende
War die kräftige Erholung an den amerikanischen Aktienmärkten nur ein Strohfeuer? Diese Frage beschäftigt derzeit die Investoren. Die Stimmung an der Wall Street ist jedenfalls angeschlagen, nachdem die Februar-Bilanz für den Dow Jones mit minus 4,3 Prozent deutlich negativ war und der Index den ersten Monatsverlust seit März 2017 verzeichnete. Auch der Start in den März hätte kaum schlechter verlaufen können. Alle großen Indizes büßten nach Handelsschluss in Europa weiter ein. Auf die Stimmung drückten besonders neue Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump. Bereits nächste Woche sollen Strafzölle für Stahl- und Aluminiumimporte greifen. Inzwischen hat auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Vergeltungsmaßnahmen gegen die von Trump verhängten Importzölle angekündigt. Unter den Werten im Dow Jones verzeichnete erneut Caterpillar überdurchschnittliche Verluste. Seit Wochenbeginn ist der Kurs rund neun Prozent gefallen. Der Baumaschinenhersteller gilt als sensibles Konjunkturbarometer für die Weltwirtschaft.
Risikopositionen werden abgebaut
Auch an den Anleihemärkten setzte sich der jüngste Trend fort, die Zinsen für zehnjährige US-Papiere fielen auf 2,8 Prozent. Nachdem zuletzt viele US-Konjunkturdaten enttäuschten, rücken wieder Sorgen vor einer Abkühlung der Wirtschaft in den Vordergrund. An den asiatischen Börsen dominierten ebenfalls tiefrote Vorzeichen. Der Nikkei sackte um rund 2,5 Prozent ab, besonders Stahlfirmen und Autobauer waren weit oben auf der Verkaufsliste zu finden. Auch die anhaltende Yen-Stärke belastete den Aktienmarkt, das Währungspaar Dollar/Yen steht am Jahrestief. Gold und Silber können hingegen von der Unsicherheit nicht profitieren, während Öl im Rückwärtsgang bleibt.
Politische Börsen
Für den DAX sind dies unter dem Strich denkbar schlechte Vorgaben. Vorbörslich wird der Markt bei 12.050 Punkten taxiert. Wichtige Unternehmensberichte stehen nach der Zahlenflut in den vergangenen Tagen nicht auf der Agenda. Stahl- und Aluminiumaktien wie ThyssenKrupp und Salzgitter rücken wegen den angekündigten Strafzöllen in den Vordergrund. Die Chancen für eine Erholung im Tagesverlauf sind ebenfalls eher schlecht. Vor dem SPD-Mitgliederentscheid über den mit der Union ausgehandelten Koalitionsvertrag sowie den Parlamentswahlen in Italien am Sonntag halten viele Investoren ihr Pulver trocken. Niemand möchte auf dem falschen Fuß erwischt werden, nachdem einige politische Ereignisse in den vergangenen Jahren wie das Brexit-Votum und die US-Präsidentschaftswahl kräftige Marktturbulenzen ausgelöst hatten.
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