23.03.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Flucht in Sicherheit und ein Funken Hoffnung

Wieder einmal sorgt US-Präsident Donald Trump für viel Bewegung an den Märkten. Nachdem seine Steuerreform zum Jahreswechsel die Kurse noch beflügelte, lösen seine Pläne in Sachen Strafzölle nun Panik aus.

Wieder einmal sorgt US-Präsident Donald Trump für viel Bewegung an den Märkten. Nachdem seine Steuerreform zum Jahreswechsel die Kurse noch beflügelte, lösen seine Pläne in Sachen Strafzölle nun Panik aus. Zwar wollen die Amerikaner die Europäische Union vorerst von neuen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte ausnehmen. Im Gegenzug sollen aber chinesische Produkte stärker mit Zöllen belegt werden. Trump plant sogar, im großen Stil Importe aller Art aus China einzuschränken. Die Maßnahmen sollen ein Volumen von 60 Mrd. Dollar haben, das amerikanische Handelsbilanzdefizit gegenüber China auf einen Schlag um 100 Mrd. Dollar reduziert werden. Innerhalb der nächsten zwei Monate werden weitere Details ausgearbeitet. China kündigte bereits Gegenmaßnahmen an.

Aktienmärkte unter Druck

Die Aktienmärkte reagierten zunächst freundlich, rutschten im späten Geschäft aber leicht ins Minus. Als Stütze erwies sich erneut der Ölsektor, der um knapp drei Prozent zulegte. Der Ölpreis selbst sprang auf ein Dreiwochenhoch, nachdem zuvor ein Rückgang der US-Ölvorräte gemeldet wurde. Gold profitierte ebenfalls von der Fed-Entscheidung, während der Euro wieder die Marke von 1,23 Dollar knackte. Unter den Technologiewerten standen erneut die Papiere von Facebook im Fokus. Konzern-Chef Mark Zuckerberg meldete sich erstmals seit dem Daten-Skandal zu Wort und gelobte Besserung. Nach einem volatilen Handelsverlauf rückte die Aktie um 0,7 Prozent vor.

Konjunkturelle Atempause

Besonders die Aktienmärkte kamen kräftig unter Druck, erstmals seit sechs Wochen rutsche der Dow Jones wieder unter die Marke von 24.000 Punkten. Im späten Geschäft beschleunigte sich der Abverkauf, zur Schlussglocke notierte das Barometer um mehr als 700 Punkte oder 2,9 Prozent tiefer auf 23.958 Zählern. Überdurchschnittliche Verluste verzeichneten vor allem stark auf den Export ausgerichtete Unternehmen wie Caterpillar, Boeing und General Electric. S&P 500 sowie der Nasdaq 100 büßten um 2,5 Prozent ein. Das Abwärtsvolumen erreichte an der breiten NYSE rund 90 Prozent, die US-Aktienmärkte zeigten somit einen Ausverkauf. Nach ähnlichen Extremwerten kam es an den Märkten in der Vergangenheit häufiger zumindest zu einer kurzen Gegenbewegung. Große Hoffnungen sollten Anleger aber angesichts der US-Zoll-Politik nicht haben.

Tiefrote Minuszeichen dominierten auch in Asien. In Tokio sackte der Nikkei um 4,5 Prozent ab, während der Yen gegen den Dollar auf den höchsten Stand seit Ende 2016 zulegte. Die japanische Währung gilt als sicherer Hafen. Auch an den Devisenmärkten zeigen sich die Ängste der Anleger vor Strafzöllen und Vergeltungsmaßnahmen: Obwohl die US-Geldpolitik restriktiver wird und der Zinspfad steiler verläuft, kann der Dollar gegen den Euro nicht profitieren.

Renditen im Rückwärtsgang

Am Rohstoffmarkt profitiert Gold von der Panik am Aktienmarkt und legt auf 1340 Dollar zu. An den Anleihemärkten waren die Renditen über das gesamte Spektrum hing im Rückwärtsgang. Die richtungsweisenden 10-jährigen US-Renditen liegen bei 2,82 Prozent und damit am unteren Ende einer seit Februar bestehenden Seitwärtsspanne. Der Libor, der die Rate angibt, zu der sich Großbanken untereinander Kredite zur Verfügung stellen würden, legte auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise zu.

Der DAX wird sich den negativen Vorgaben nicht entziehen können und vorbörslich unter der psychologischen Schwelle von 12.000 Punkten taxiert. Aktien der Deutschen Bank rücken in den Vordergrund, der Börsengang der Vermögensverwaltungstochter DWS steht bevor. Die Emission wird wohl nur 1,4 Mrd. Euro in die Kasse der Bank spülen und nicht wie erhofft zwei Mrd. Euro.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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