MÄRKTE AM MORGEN | Furcht vor Handelskrieg lähmt die Börsen
Anleger am Frankfurter Aktienmarkt müssen weiter auf eine Gegenreaktion warten. Nach den herben Verlusten beim DAX von 5,7 Prozent im Februar und bereits mehr als vier Prozent seit Monatsbeginn dominiert Zurückhaltung. Anders als in den vergangenen Monaten wird der Rückschlag bisher nicht als Kaufgelegenheit wahrgenommen. Darin spiegelt sich eine große Unsicherheit wider, europäische Aktien weisen bereits seit Monaten eine deutlich schlechtere Performance auf als die amerikanischen Titel.
Italien und SPD-Entscheidung verpuffen
Da hilft es auch wenig, dass die SPD-Mitglieder für eine Fortsetzung der Großen Koalition stimmten und Deutschland nach einer 6-monatigen Hängepartie wieder eine handlungsfähige Regierung hat. Bei den Parlamentswahlen in Italien dominierten hingegen die EU-Gegner. Investoren werden daher die Renditeaufschläge italienischer Bonds zu Bundesanleihen genau verfolgen. Zehnjährige italienische Papiere legen im frühen Geschäft leicht auf 2,1 Prozent zu, während die Rendite der deutschen Anleihen bei 0,6 Prozent steht. Während die Märkte schwierige politische Verhältnisse in Italien aber gewöhnt sind, lähmt vor allem der drohende Handelskonflikt mit den USA. US-Präsident Donald Trump drohte am Wochenende den Europäern mit Strafzöllen gegen deutsche Autobauer. In Japan hielten sich Anleger daher erneut bei Aktien von Autoherstellern und Stahlproduzenten zurück, der Nikkei gab um 0,7 Prozent nach. Bei Kupfer dominieren ebenfalls rote Vorzeichen, Gold und Öl stehen nahezu unverändert. An den Devisenmärkten fällt der Euro wieder unter die Marke von 1,23 Dollar.
Börsenpläne und Übernahmen
Auch die späte Erholung an den amerikanischen Aktienmärkten am Freitag hilft dem DAX nicht auf die Beine. Vorbörslich büßt das Aktienbarometer weiter ein und wird bei rund 11.800 gehandelt. Unter den Einzelwerten lassen Berichte über einen möglichen Börsengang der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen die Auto-Aktie in den Vordergrund rücken. Den Plänen zufolge sollen die Papiere im Frühjahr kommenden Jahren erstmals gehandelt werden. Ernüchterung herrscht bei Siemens: Der Börsenwert der Medizintechnik-Tochter Healthineers wird wohl nur bei 26 bis 31 Mrd. Euro liegen und damit deutlich unter den bisher von Analysten erwarteten knapp 40 Mrd. Euro. Hingegen steht BASF offenbar in Verhandlungen mit Bayer, hier zeichnet sich ein milliardenschwerer Deal im Gemüsesaatgutgeschäft ab.
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