MÄRKTE AM MORGEN | Google sorgt für Lichtblick
Zum Wochenauftakt dominierte Lethargie an den amerikanischen Aktienmärkten. Der Dow Jones beendete den Handel nahezu unverändert, der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 0,3 Prozent vor. Auf die Stimmung drückte nicht nur die Zuspitzung des Handelsstreits zwischen den USA und China. Für Unruhe sorgte auch der verbale Schlagabtausch zwischen Trump und dem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani. Nach dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen will die US-Regierung bis November wieder Sanktionen für den Finanz- und Energiesektor voll in Kraft setzen. Ruhani drohte mit einer Schließung der Ölexport-Routen am Persischen Golf. Am Öl-Markt reagierten Anleger zunächst besorgt: Brent stieg bis 74,50 Dollar und wird im frühen Handel wieder bei 73 Dollar taxiert.
Bilanzen sorgen für Schwung
Überzeugende Vorgaben für die europäischen Märkte kommen hingegen aus Asien, wo der Nikkei um 0,5 Prozent und der Shanghai Composite sogar um 1,7 Prozent zulegen. Gute Stimmung verbreitete nach Börsenschluss in den USA vor allem Googles Mutterhaus Alphabet. Zwar belastete die Rekordstrafe der EU-Kommission den Quartalsgewinn. Dank boomender Werbeerlöse wurden die Markterwartungen dennoch deutlich überboten. Bereits im Handelsverlauf war die Google-Aktie auf Rekord gestiegen und legte nachbörslich um mehr als drei Prozent zu. Gefeiert wurden zuvor auch die Geschäftszahlen des Spielzeugherstellers Hasbro mit einem Plus von rund 13 Prozent. Heute werden unter anderem die Bilanzen von 3M, Texas Instruments sowie AT&T erwartet.
Tesla standen hingegen mit drei Prozent spürbar unter Druck. Berichten zufolge hat der Elektroautobauer seine Lieferanten um beträchtliche Rückzahlungen gebeten, um profitabel zu werden.
Für den DAX zeichnet sich zunächst eine freundliche Eröffnung ab, der Index wird rund 0,6 Prozent höher bei 12.620 Punkten erwartet. In den Blickpunkt könnten Finanzwerte rücken, nachdem die Schweizer Großbank UBS am Morgen besser als erwartete Zahlen präsentierte. Am Vormittag schaut der Markt zudem auf frische Konjunkturdaten. Diverse Einkaufsmanager-Indizes aus der Eurozone stehen zur Veröffentlichung an.
Blick in die Türkei
An den Devisenmärkten zeichnet sich hingegen ein ruhiger Auftakt ab. Der Euro verliert leicht gegen den Dollar und wird knapp unter 1,17 Dollar gehandelt. Im Fokus steht die mögliche Zinsentscheidung der türkischen Notenbank. Angesichts der hohen Inflation rechnet der Markt mit einer Zinserhöhung um 1,0 Prozentpunkte auf 18,75 Prozent.
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