MÄRKTE AM MORGEN | Handelsstreit wird zum Währungskonflikt
Der Deutsche Aktienmarkt bleibt vorerst in der Warteschleife, eine klare Tendenz dürfte sich auch in der neuen Handelswoche kaum abzeichnen. Fast ein Drittel der DAX-Firmen wird über die Geschäftsentwicklung berichten. Dazu zählen Beiersdorf, Commerzbank, Deutsche Post, Eon, Münchener Rück, Adidas, Deutsche Telekom, ThyssenKrupp und Merck. Im Vorfeld werden Anleger ihr Pulver trocken halten, zu groß erscheint das Risiko, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Dollar und Yuan unter Beobachtung
Aber nicht nur die Berichtssaison bleibt ein ständiger Unsicherheitsfaktor. Auch der Handelskrieg zwischen den USA und China und damit den beiden größten Volkswirtschaften sorgt für Zurückhaltung. Jederzeit ist mit neuen Drohungen zu rechnen. Eng damit verknüpft bleibt die massive Abwertung des chinesischen Yuan. Mit der Talfahrt versucht China die negative Wirkung der Strafzölle abzufedern. Die Währungsabwertung motiviert Trump wiederum zu neuen Strafzöllen mit der Folge, dass der Yuan weiter abrutscht. Für China kommt der Konflikt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da sich das Wirtschaftswachstum abkühlt. Dies könnte mittelfristig auch negative Folgen für die Weltwirtschaft haben.
Zum Wochenauftakt bleibt der Dollar im Aufwind, während der Euro unter Druck steht. Mit 1,155 Dollar steht die Gemeinschaftswährung auf dem tiefsten Niveau seit fünf Wochen. Der starke Dollar setzt zugleich den Edelmetallen zu, Gold bleibt mit 1214 Dollar angeschlagen. Nahezu unverändert starten die Kurse am Ölmarkt. Der Streit zwischen dem Iran und den USA sorgt für Unruhe.
Linde-Fusion wieder fraglich
Auch an den Aktienmärkten ist zum Auftakt nicht mit stärkeren Bewegungen zu rechnen. In den USA legte der Dow Jones am Freitag um 0,5 Prozent zu, auf Wochensicht blieb der Index nahezu unverändert. Für den Tech-Index Nasdaq 100 ging es um 0,3 Prozent aufwärts. Durchwachsen präsentieren sich die asiatischen Märkte, der Nikkei liegt leicht im Minus. In Frankfurt wird der DAX nahezu unverändert bei 12.620 Punkten erwartet. Als Stimmungsdämpfer erweisen sich neue Wirtschaftsdaten aus Deutschland: Im Juni sackte der Auftragseingang der deutschen Industrie um vier Prozent ab, erwartet wurde nur ein Minus von 0,3 Prozent.
Bei den Einzelwerten sorgt die angestrebte Fusion zwischen Linde und Praxair für Bewegung. Wegen kartellrechtlicher Bedenken müssen möglicherweise mehr Unternehmensteile veräußert werden als bisher erwartet. Im vorbörslichen Handel sackt die Linde-Aktie um rund sechs Prozent ab.
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