MÄRKTE AM MORGEN | Hoffen und Bangen zum Wochenschluss
Für den DAX bleibt das Umfeld weiterhin schwierig. Bei Umsätzen von zwei bis drei Mrd. Euro sind keine großen Bewegungen möglich, der Markt wird von großen Investoren derzeit eher gemieden. Negativ für den mit zahlreichen Exportwerten gespickten Index sind die zunehmenden Spannungen in zahlreichen Schwellenländern. In der Türkei ist keines der Probleme gelöst, nach der feiertagsbedingten Pause wertet die Lira weiter ab. Dazu kommt die Krise in Südamerika. Chile, Peru, Argentinien und Venezuela leiden unter den schwachen Rohstoffpreisen. Der argentinische Peso hat seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Um die Abwertung zu bremsen, erhöhte die Notenbank am Donnerstag die Leitzinsen drastisch von 45 auf 60 Prozent.
Neue Runde im Zollstreit
Sorgen vor einem weltweiten Handelskrieg belasten die Stimmung zusätzlich. Die EU-Kommission präsentierte den USA gestern den Vorschlag, alle Autozölle beider Seiten im Rahmen eines Handelsabkommens abzuschaffen. US-Präsident Donald Trump zeigte sich wenig beeindruckt und lehnte das Angebot bereits ab. Zugleich drohte er mit dem Ausstieg seines Landes aus der Welthandelsorganisation. Auch gegenüber China wird der Ton wieder schärfer. Rund eine Stunde vor Handelsschluss in den USA sickerte die Meldung durch, dass Trump in der kommenden Woche seine Zoll-Pläne weiter umsetzen will. Dabei geht es um weitere Strafzölle gegen China im Volumen von 200 Mrd. Dollar.
Der Dow Jones baute im späten Geschäft seine Verluste aus und schloss 0,5 Prozent tiefer. Rund 0,2 Prozent büßte der Nasdaq 100 ein, zuvor hatte der Index noch ein Rekordhoch erreicht. Aktien von Amazon kosteten erstmals mehr als 2000 Dollar. Auch die Papiere von Apple waren gefragt und stiegen auf Rekordhoch. Am 12. September will der Konzern sein neues iPhone präsentieren.
Vonovia traut sich mehr zu
Im vorbörslichen Handel steht der DAX leicht unter Druck und wird rund 0,2 Prozent tiefer bei 12.465 Punkten taxiert. Für Abwechslung vom Zollstreit sorgen die Zahlen von Vonovia. Nach der Übernahme des schwedischen Immobilienunternehmens Victoria Park erhöhte der größte deutsche Wohnungskonzern seine Ergebnisprognose.
An den Rohstoffmärkten dominieren überwiegend grüne Vorzeichen. Die Ölpreise notieren rund 0,3 Prozent höher, auch Gold ist gefragt und steht über der 1200er-Schwelle.
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