MÄRKTE AM MORGEN | Investoren warten auf die EZB-Sitzung
Der DAX hat gestern um 0,5 Prozent zugelegt. Nachdem der Index stundenlang um die Nulllinie gependelt war, ging es kurz nach 17 Uhr deutlich aufwärts. Grund war ein Medienbericht, die USA habe China im Zollstreit neue Gespräche vorgeschlagen. Nach der Meldung gab der Dollar gegenüber dem chinesischen Renminbi nach. Die Nachricht beflügelte den DAX und den S&P500 allerdings nicht lange, hatte es doch derartige Berichte in den vergangenen Wochen häufig gegeben, während die jüngsten Gespräche ergebnislos verlaufen waren.
Größter Verlierer im DAX war die Infineon-Aktie, die um 5,5 Prozent eingebrochen ist, nachdem sich Analysten zweier US-Banken kritisch zu den US-Halbleiterherstellern und den Zulieferern geäußert hatten. Die Aktien von E.ON und RWE waren um jeweils rund 3,5 Prozent eingeknickt. Ein britischer Versorger hatte mit einem schwachen Ausblick die gesamte Branche belastet, zudem äußerte sich ein Analyst negativ zu E.ON.
Laut einem Bericht denkt die Deutsche Bank über die Umwandlung in eine Holding mit drei darunter angesiedelten Säulen nach. Diese Struktur würde eine Abspaltung von Geschäftsteilen ebenso erleichtern wie mögliche Fusionen und Übernahmen. Das Thema werde beim jährlichen Strategietreffen von Vorstand und Aufsichtsrat am Freitag und Samstag in Hamburg eine Rolle spielen. Volkswagen-Chef Herbert Diess hat gewarnt, die Kosten für die Einführung neuer Elektroautos werde höher sein als erwartet. Er nannte allerdings keine Zahlen.
Der S&P500 ist unverändert aus dem Handel gegangen, nachdem die Veröffentlichung des Konjunkturberichts Beige Book der US-Notenbank nur für geringe Kursausschläge gesorgt hatte. Die Apple-Aktie ist um 1,2 Prozent gesunken. Über viele der Produkte, die der Konzern auf dem gestrigen „Special Event“ vorgestellt hatte, hatten die Medien bereits in den Vortagen berichtet. Zu den Produkten gehörten vor allem drei neue iPhones, sowie eine neue Apple Watch.
Warten auf Draghi
Um 13.45 Uhr gibt die EZB die Ergebnisse ihrer Sitzung bekannt, um 14.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz mit EZB-Chef Mario Draghi. Laut einem Medienbericht könnte die EZB die Prognose für das Wirtschaftswachstum senken, Grund sei vor allem der Handelskrieg. Zudem könnte der Wachstumsausblick auf „abwärtsgerichtet“ gesenkt werden, gegenüber „weitgehend ausgeglichen“ derzeit. Investoren könnten vor allem auf die Reaktion des Euro schauen.
Goldpreis erholt sich
Vorbörslich notiert der DAX bei 12.020 Punkten. Der Brent-Preis liegt bei 79,3 Dollar je Barrel, nachdem er gestern kurz über die Marke von 80 Dollar geklettert war. In der vergangenen Handelswoche waren die US-Öllagervorräte deutlich stärker gesunken als erwartet. Damit liegen sie auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2015. Nach dem gestrigen Rückgang des Dollar gegenüber dem Renminbi war der Goldpreis bis auf 1.208 Dollar je Unze nach oben gesprungen, aktuell notiert das Edelmetall bei 1.204,7 Dollar. Die englische Notenbank gibt um 13 Uhr die Ergebnisse ihrer Sitzung bekannt. Um 14.30 Uhr werden die US-Inflationsdaten veröffentlicht.
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