MÄRKTE AM MORGEN | Italien und Trump bestimmen die Richtung
Eigentlich zeichnet sich für den DAX ein ruhiger Auftakt ab: Feiertagsbedingt bleiben die Börsen in den USA und Großbritannien geschlossen. Stärkere Bewegungen sind daher kaum zu erwarten, das Handelsvolumen dürfte gering ausfallen. Vorbörslich ziehen die Kurse dennoch an, der Index wird fester bei 12.980 Punkten erwartet. Über das Wochenende rückten auch die US-Futures vor, nachdem am Freitag überwiegend Minuszeichen dominierten. Gefragt ist zudem der Euro, am Devisenmarkt steigt die Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,17 Dollar. Anleger reagieren mit Erleichterung auf die gescheiterte Regierungsbildung in Italien.
Allerdings kann sich die Situation schnell ändern, wie die vergangenen Tage gezeigt haben. Nicht nur in Italien bleibt die politische Lage mit Blick auf mögliche Neuwahlen von Unsicherheit geprägt. Auch in Spanien droht im Parlament ein Misstrauensvotum. Das bereits totgeglaubte Schreckgespenst der Eurokrise rückt somit wieder in den Fokus.
Frist läuft ab
Der schwelende Handelsstreit mit den USA sorgt ebenfalls für Unruhe. Bis Freitag sind Unternehmen aus der EU von den im März eingeführten Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminium ausgenommen. Dauerhafte Ausnahmeregelungen wird US-Präsident Donald Trump aber wohl nur akzeptieren, wenn die EU zu Zugeständnissen bereit ist. Dazu kommen die Drohungen auf höhere Einfuhrzölle für Autoimporte und der Konflikt mit China. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un scheint wieder möglich.
Insgesamt nimmt die Risikobereitschaft zum Wochenauftakt wieder zu, was sich in fallenden Notierungen am Goldmarkt widerspiegelt. Kräftige Verluste dominieren weiterhin bei den Ölpreisen. Am Freitag hatten Russland und Saudi-Arabien höhere Fördermengen ab der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt. Mit den fallenden Kursen sinken auch die Inflationsängste, die Aufwärtsbewegung bei den Renditen am Anleihemarkt scheint vorerst beendet zu sein. Zehnjährige US-Staatsanleihen liegen mit 2,93 Prozent wieder deutlich unter der Schwelle von drei Prozent.
Autoaktien im Mittelpunkt
Daimler muss Berichten zufolge rund 120.000 Diesel-Fahrzeuge auf mögliche unzulässige Abschalteinrichtungen untersuchen lassen. Ein Software-Update soll bereits zur Prüfung beim Kraftfahrt-Bundesamt vorliegen. Bei VW wurde wegen eines Problems mit der Motorkontrollleuchte ein Fertigungsstopp bestimmter Diesel-Modelle verhängt. Audi schließt unterdessen im Diesel-Abgasskandal weitere Rückrufe nicht aus. Anleger werden zudem die Aktie der Deutschen Post im Blick behalten. Gerüchte um eine Erhöhung des Portos für Standardbriefe könnten den Kurs bewegen.
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