25.06.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Keine Entwarnung in Sicht

Gut drei Prozent büßte der DAX in der abgelaufenen Woche ein und verzeichnete damit den stärksten Verlust seit Ende März. Mit dem Rücksetzer haben sich die technischen Perspektiven wieder eingetrübt, vor allem der Rückfall unter die 200-Tage-Linie stimmt viele Investoren nachdenklich.

Gut drei Prozent büßte der DAX in der abgelaufenen Woche ein und verzeichnete damit den stärksten Verlust seit Ende März. Mit dem Rücksetzer haben sich die technischen Perspektiven wieder eingetrübt, vor allem der Rückfall unter die 200-Tage-Linie stimmt viele Investoren nachdenklich. Gerade vor den meist schwierigen Sommerwochen bleibt das Umfeld für den DAX herausfordernd.

Die nächste Belastungsprobe droht bereits am Vormittag, wenn um 10 Uhr mit dem ifo-Geschäftsklimaindex das wichtigste Konjunkturbarometer der heimischen Wirtschaft veröffentlicht wird. Vor allem wegen den Handelsstreitigkeiten ist der Index ausgehend vom Hoch im November 2017 kontinuierlich gefallen. Im Mai reichte es für eine Stabilisierung auf dem Vormonatsniveau bei 102,2 Punkten. Eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung im Juni erscheint aber sehr fraglich. Zahlreiche Abwärtsrevisionen bei den Wachstumsprognosen wie auch die Regierungskrise in Deutschland kamen zuletzt als zusätzliche Belastungsfaktoren hinzu. Der Markt rechnet daher mit einem Rückgang auf 101,8 Punkte. Damit würde der Index immer noch auf einem hohen Niveau liegen und nur eine langsamere Konjunkturdynamik anzeigen.

Ölpreise unter Druck

Gegenwind für die europäischen Aktienmärkte kommt auch von den Börsen in Übersee. In den USA büßten die Indizes am Freitag kurz vor Handelsschluss einen Großteil ihrer Gewinne ein, die Tech-Aktien im Nasdaq 100 rutschten sogar in die Verlustzone. Auf Wochensicht verlor der Dow Jones rund zwei Prozent, der schwelende Handelsstreit schreckt Investoren ab. Lediglich der Ölsektor reagierte am Freitag stark positiv, Chevron und Exxon Mobil zählten zu den Gewinnern. Am Montagmorgen stehen die Ölpreise allerdings stark unter Druck, nachdem sich die Opec-Staaten auf eine Erhöhung der Fördermenge auf bis zu 1 Millionen Barrel pro Tag geeinigt haben. Auch andere Länder wie Russland wollen den Ölhahn wieder stärker aufdrehen.

Lira legt zu

Politisch rückt zudem der europäische Streit über die Migrationspolitik in den Fokus. Hier steht nicht nur die Zukunft der Regierung in Berlin auf dem Spiel. Eine Einigung zeichnet sich bisher nicht ab, der Euro startet gegen den Dollar mit leichten Verlusten in die Woche. Hingegen reagiert die Türkische Lira deutlich positiv auf den Sieg von Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan in der ersten Runde der türkischen Präsidentschaftswahlen.

Der DAX kann sich dem schwachen Umfeld zunächst nicht entziehen. Vorbörslich wird der Index rund 0,4 Prozent tiefer bei 12.530 Punkten erwartet. Gute Nachrichten kommen aus dem Tech-Bereich: Evotec erreichte in seiner Diabetes-Allianz mit Sanofi den zweiten Meilenstein und erhält drei Millionen Euro. Nordex hat unterdessen einen Auftrag aus Brasilien zur Lieferung und Errichtung eines Windparks an Land gezogen.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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