MÄRKTE AM MORGEN | Krisenszenarien bremsen den DAX aus
Ohne Rückenwind trauten sich zum Wochenauftakt auch in Frankfurt kaum Investoren mit größeren Engagements aus der Deckung. Nach der feiertagsbedingten Pause in den USA und Großbritannien dürfte der Handel heute wieder volatiler ausfallen. Vorbörslich steht der Index tiefer bei 12.780 Zählern. Für den DAX steht die Frage im Mittelpunkt, ob die Gewinne von bis zu zwölf Prozent seit dem Jahrestief verteidigt werden können. Der aktuelle Rücklauf bis in den Dunstkreis der 200-Tage-Linie kann sich für Späteinsteiger als Glücksgriff erweisen. Allerdings sind die Risiken zuletzt deutlich gestiegen.
Italien-Angst dominiert den Handel
Die Erleichterung über das Scheitern der Regierungsbildung in Rom währte nur kurz. Bis zu den möglichen Neuwahlen im Herbst gibt es für die Märkte nun einen weiteren Unsicherheitsfaktor. Anleger beunruhigt vor allem, dass die populistischen Parteien die sich abzeichnenden Neuwahlen auch zu einem Referendum über die Mitgliedschaft Italiens in der Währungsunion machen könnten. Der italienische Bankenindex rauschte am Montag auf den tiefsten Stand seit Ende April 2017. Auf die Stimmung drückt zudem das sich abzeichnende Misstrauensvotum im spanischen Parlament. Der schwächere Euro erwies sich daher am Montag auch nicht als Stütze für den DAX, sondern stellt ein weiteres Warnsignal dar. Auch der Devisenmarkt beurteilt die politische Lage in Europa wieder deutlich skeptischer.
In Asien hielten sich Anleger ebenfalls zurück: Der Nikkei verlor rund 0,9 Prozent, der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans rund 0,4 Prozent. Aktien des Smartphone-Zulieferers Japan Display sackten zeitweise um 20 Prozent ab. Angeblich will Apple ab dem kommenden Jahr alle neuen iPhone-Modelle mit OLED-Bildschirmen ausstatten. Papiere von Aixtron rücken daher in den Fokus, die Herzogenauracher produzieren Anlagen zur Herstellung von OLEDs. In der zweiten Reihe sticht zudem Grammer hervor: Der chinesische Großaktionär Ningbo Jifeng bietet offenbar 61,25 Euro je Aktie inklusive Dividende.
Ölpreis taumelt abwärts
Auch die deutlichen Verluste am Ölmarkt und die damit abnehmenden Sorgen vor stärker steigenden Inflationsraten verpufften in den vergangenen Tagen am Aktienmarkt. Saudi-Arabien plant demnach ab der zweiten Jahreshälfte die Fördermenge um 300.000 Barrel pro Tag auszuweiten, Russland sieht sogar eine Anhebung um 800.000 Barrel. Aber auch hier liegen noch keine Fakten vor. Entschieden wird über das weitere Vorgehen erst auf der nächsten Sitzung der Opec und der an den Kürzungen beteiligten Nicht-Opec-Länder am 22. Juni.
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