14.06.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Mario Draghi gibt die Richtung vor

In den vergangenen Tagen bewegte sich der DAX fast kaum von der Stelle. Die Lethargie ist wenig überraschend, kaum ein Investor möchte sich vor den geldpolitischen Äußerungen der EZB zu weit aus der Deckung wagen.

In den vergangenen Tagen bewegte sich der DAX fast kaum von der Stelle. Die Lethargie ist wenig überraschend, kaum ein Investor möchte sich vor den geldpolitischen Äußerungen der EZB zu weit aus der Deckung wagen. Erst wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, ist mit entsprechenden Anpassungen zu rechnen, der heutige Termin könnte durchaus die Weichen für die kommenden Wochen stellen.

Die Ausgangslage ist eher durchwachsen: Während die Fed mit der gestrigen Zinserhöhung den geldpolitischen Normalisierungsprozess vorantreibt, der US-Arbeitsmarkt starke Signale liefert und auch die Inflation zulegt, kämpft Europa mit Problemen. Erst zur Wochenmitte reduzierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wegen zahlreicher Risiken seine BIP-Prognose für 2018 von 2,4 Prozent im März auf jetzt 1,9 Prozent. Bei der EZB gibt man sich aber noch gelassen, selbst die politisch schwierige Lage in Italien scheint die Währungshüter nicht zu beeindrucken. Zuletzt hatten einige Notenbanker gefordert, über ein Ende des Wertpapierkaufprogramms zu diskutieren. Auf der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr dürfte Mario Draghi offenlegen, wie es nach September mit den Anleihekäufen weitergeht. Nach Meinung des Marktes wird die EZB ihre Nettokäufe im vierten Quartal auslaufen lassen. Eine Zinserhöhung steht hingegen wohl vorerst nicht auf der Agenda, dies dürfte den Prognosen zufolge erst zur Jahresmitte 2019 ein zentrales Thema werden.

Fed macht den nächsten Schritt

Zuvor müssen noch die Signale der amerikanischen Notenbank verarbeitet werden. Die Fed erhöhte zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen, die neue Spanne liegt bei 1,75 bis zwei Prozent. Zudem könnte das Tempo der Zinsschritte erhöht werden, die Notenbanker rechnen nun mit vier Anhebungen in diesem Jahr. Die US-Aktienmärkte büßten im späten Handel ein, der Dow Jones schloss 0,5 Prozent tiefer, während die Rendite der zehnjährigen Anleihen knapp unter drei Prozent blieb. In den Vordergrund rückte auch wieder der Handelsstreit mit China: Gerüchten zufolge will US-Präsident Donald Trump im Tagesverlauf mit seinen Handelsberatern über Zölle auf chinesische Produkte beraten.

An den asiatischen Märkten blieben Investoren in Deckung. Neben den schwachen US-Vorgaben belasteten enttäuschende Konjunkturdaten aus China. Die Industrieproduktion legte im Mai weniger kräftig zu als erwartet.

DAX im Rückwärtsgang

Auch der deutsche Aktienmarkt wird sich den eher schwachen Vorgaben nicht entziehen können, der DAX wird im vorbörslichen Handel etwas tiefer bei 12.830 Zählern gesehen. Volkswagen steht wegen der Abgasaffäre weiter im Visier: Der Konzern akzeptierte einen Bußgeldbescheid der Staatsanwaltschaft Braunschweig über eine Milliarde Euro.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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