MÄRKTE AM MORGEN | Neun Jahre Bullenmarkt
Am 9. März 2009 erfolgte der Startschuss für die derzeit noch laufende Aufwärtsbewegung am amerikanischen Aktienmarkt. Seitdem legte der richtungsweisende S&P 500 um rund 300 Prozent zu, was einer jährlichen Rendite von knapp 17 Prozent entspricht. Die Bestmarke seit dem zweiten Weltkrieg rückt nun langsam in Reichweite: Einen noch längeren Bullenmarkt erlebten Investoren bisher nur zwischen Oktober 1990 bis März 2000. In dieser Zeitspanne kletterte der US-Leitindex um rund 420 Prozent. Ob die Kraft für eine Fortsetzung der Rally reichen wird, ist angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren offen. Während der DAX nur eine schwache Erholung ausgehend vom Jahrestief zeigte, fällt die Gegenbewegung bei den US-Indizes wesentlich kräftig aus. Zu den Gewinnern zählt vor allem der US-Halbleiterindex, der bereits auf Rekord notiert. Auf der Überholspur befinden sich zudem die amerikanischen Nebenwerte im Russell 2000. Investoren scheinen somit Aktien zu bevorzugen, die verstärkt von der starken US-Binnenkonjunktur profitieren und nicht so sehr auf den Export ausgerichtet sind.
Stundenlöhne als Zünglein an der Waage
Ob die Wette aufgeht, werden auch die mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten zeigen, die heute um 14.30 Uhr veröffentlicht werden. Die Zahlen dürften einen anhaltenden Aufschwung signalisieren, nachdem die US-Privatwirtschaft im Februar mehr Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet und die Erstanträge auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen sind. Der Markt rechnet ähnlich wie im Januar mit einem Stellenplus von 200.000 und einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote auf vier Prozent. Im Fokus stehen zudem die durchschnittlichen Stundenlöhne. Zuletzt war die Vorjahresveränderungsrate überraschend auf 2,9 Prozent gestiegen und hatte Sorgen vor einer höheren Inflation und steigenden Zinsen entfacht. Allerdings ist auch die Zahl der Wochenstunden gesunken, auf den Konten der meisten Amerikaner ist sogar weniger Geld eingegangen als im Vormonat. Ein kräftiger Lohndruck, der auch die Teuerung anschiebt, zeichnet sich daher nicht ab.
Ruhiger Auftakt
Der DAX startet kaum verändert in den Handel. Von den US-Börsen kommen leicht positive Signale, während der Nikkei von der Aussicht auf eine Entspannung im Nordkorea-Konflikt profitierte. Auf die von US-Präsident Donald Trump am späten Donnerstagabend beschlossenen Strafzölle reagierten die Börsen hingegen gelassen. An den Devisenmärkten zeigte der Dollar zuletzt Stärke und wird gegen den Euro bei 1,23 Dollar gehandelt. Öl sowie die Edelmetalle verzeichnen im frühen Geschäft leichte Verluste. Unter den Einzelwerten rückt die Allianz mit der Vorlage des Geschäftsberichts in den Vordergrund. Zudem meldet die Lufthansa um 13 Uhr aktuelle Verkehrszahlen.
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