MÄRKTE AM MORGEN | Quartalssaison in Deutschland nimmt Fahrt auf

Am Freitag ist der S&P500 nach den enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten zwar schwach in den Handelstag gestartet, anschließend hat er aber umso kräftiger nach oben gedreht und den Tag mit einem Gewinn von 1,3 Prozent abgeschlossen. Für deutliche Erleichterung bei Investoren haben die Aussagen von John Williams, dem Chef der Notenbank von San Francisco, gesorgt. Er hatte betont, dass er kein Problem damit habe, wenn die US-Inflationsdaten „eine Weile“ über das Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank hinaussteigen würden. Die Investoren haben das so interpretiert, dass die Fed auf einen überraschend starken Inflationsanstieg nicht mit zusätzlichen Zinserhöhungen reagieren werde. Williams tritt am 18. Juni den Posten als Chef der Notenbank von New York an.
Angeführt wurde die Rally von den US-Technologieaktien nach der Meldung, dass Warren Buffett im ersten Quartal weitere 75 Mio. Apple-Aktien gekauft hat. Das Papier kletterte auf ein Rekordhoch. Der S&P500 hat auch den DAX kräftig mit nach oben gezogen.
Quartalssaison geht in die nächste Runde
Die DAX-Unternehmen haben einen durchwachsenen Start in das Jahr 2018 hingelegt. Jene 17 Firmen, die bereits Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht haben, haben vor allem wegen des Gegenwinds durch den steigenden Euro den Umsatz um lediglich 0,5 Prozent auf rund 195 Mrd. Euro gesteigert, so eine Auswertung der Beratungsgesellschaft EY. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 2,1 Prozent auf 22,1 Mrd. Euro zurückgegangen. Die nächsten Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern. Am Dienstag legen Beiersdorf, Continental, Deutsche Post, E.ON und Münchener Rück die Ergebnisse vor. Am Mittwoch folgen Deutsche Telekom, Henkel und Siemens, und am Freitag die Lufthansa.
Ölpreis steigt auf Mehr-Jahres-Hochs
Obwohl die heute vorgelegten Industrieaufträge für Deutschland überraschend gesunken sind, steigt der DAX vorbörslich auf 12.850 Punkte. Die Rally am US-Aktienmarkt zieht auch den Ölpreis mit nach oben. Brent klettert auf 75,70 Dollar je Barrel. WTI legt auf 70,40 Dollar zu, das ist das höchste Niveau seit November 2014. Der Goldpreis stabilisiert sich in der Nähe der Mehr-Monats-Tiefs, er notiert bei 1.313 Dollar je Unze.
Heute ist es an der Konjunkturfront sehr ruhig. Investoren schauen daher auf die Reden etlicher Notenbanker. Jene von Raphael Bostic, dem Chef der Notenbank von Atlanta, beginnt um 14.25 Uhr. Peter Praet, Direktoriumsmitglied der EZB, startet seinen Vortrag um 18.30 Uhr.
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