MÄRKTE AM MORGEN | Sendet Deutschlands Konjunktur neue Warnsignale?
Mit dem ifo-Geschäftsklimaindex um 10 Uhr steht gleich zu Beginn ein wichtiger Konjunkturindikator zur Veröffentlichung an. Der Blick in den Rückspiegel stimmt zunächst nachdenklich, in sieben von acht Monaten ist das Barometer seit dem Hoch im November vergangenen Jahres gefallen. Zuletzt verlangsamte sich aber der Rückgang, nur die Erwartungskomponente bewegte sich noch leicht nach unten. Die August-Daten bergen viel Überraschungspotenzial: Auf der einen Seite dürfte die grundsätzliche Einigung zwischen den USA und Europa, vorerst auf weitere Strafzölle zu verzichten, die Stimmung in den Unternehmensetagen verbessert haben. Auf der anderen Seite sind zuletzt die Sorgen vor einem harten Brexit gestiegen. Auch die türkische Währungskrise dürfte Bremsspuren hinterlassen haben. Gemäß den Prognosen soll der Gesamtindex leicht auf 101,8 Punkte zulegen.
Powell sorgt für Rückenwind
Unterstützung für den DAX kommt vor allem aus den USA. Am Freitag war der marktbreite S&P 500-Index auf Rekordhoch gestiegen, auch der Nasdaq Composite erreichte neue Kursniveaus. Zuvor hatte Fed-Chef Jerome Powell betont, trotz der robusten Konjunktur keine großen Gefahren für eine Überhitzung der US-Wirtschaft zu sehen. Die Kritik von US-Präsident Donald Trump verpuffte wirkungslos, Powell hält unverändert schrittweise Leitzinsanhebungen für angemessen. Am Montag könnte die Rekordjagd anhalten, der Future auf den S&P 500 liegt im Plus. Grüne Vorzeichen prägen auch in den Handel in Asien: Der Nikkei zieht um knapp ein Prozent an, Chinas Leitindex SSE Composite rückt um 1,4 Prozent vor.
An den Devisenmärkten bleibt hingegen der Dollar unter Druck. Im frühen Geschäft steht der Euro über der 1,16er-Marke und damit im Bereich des Monatshochs. Rohstoffe profitieren von der breiten Dollar-Schwäche. Gold setzt sich von der 1200er-Schwelle wieder nach oben ab, Silber steht bei 14,90 Dollar. Brent- und WTI-Öl werden ebenfalls mit leichten Aufschlägen gehandelt.
DAX auf dem Vormarsch
Von den guten Vorgaben sollte auch der DAX profitieren, vorbörslich wird der Markt rund 0,6 Prozent höher bei 12.470 Punkten gesehen. Erneut stehen Auto-Aktien unter besonderer Beobachtung. Berichten zufolge wird sich die von der Industrie versprochene Softwareumrüstung für Alt-Diesel bis weit in das kommende Jahr ziehen. Auf dem Dieselgipfel 2017 wurde noch eine Umrüstung bis Ende 2018 versprochen. In der zweiten Reihe schaut der Markt auf Metro. Der langjährige Großaktionär Haniel hat den Anteil am Düsseldorfer Groß- und Lebensmitteleinzelhändler reduziert und strebt sogar den vollständigen Ausstieg an.
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