05.09.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Silber fällt auf ein frisches Mehrjahrestief

Die Kluft zwischen den USA und den Emerging Markets wird immer größer. Gemeint sind nicht nur die Börsenentwicklungen, obwohl die in diesem Jahr so starken US-Aktienmärkte gestern einen schwachen Start in den September gehabt haben und leicht im Minus endeten.

Die Kluft zwischen den USA und den Emerging Markets wird immer größer. Gemeint sind nicht nur die Börsenentwicklungen, obwohl die in diesem Jahr so starken US-Aktienmärkte gestern einen schwachen Start in den September gehabt haben und leicht im Minus endeten. Es ist auch die wirtschaftliche Entwicklung, die immer weiter auseinander zu driften scheint. So rutscht Südafrika nach der Veröffentlichung der jüngsten BIP-Zahlen in eine Rezession. Denn auch im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung, so dass nach zwei Quartalen in Folge definitionsgemäß eine Rezession herrscht. Dieses Risiko hat auch für andere Schwellenländer zugenommen wie der Einkaufsmanagerindex im August für Emerging Markets gezeigt hat, der auf ein 14-Monatstief gefallen ist. Der Frühindikator, der die Einschätzung von führenden Wirtschaftsvertretern für die Industrie wiedergibt, signalisiert damit einen zunehmenden Pessimismus: Der Index liegt nur knapp über der 50-Punktemarke, ein Rückgang unter diese Marke bedeutet eine wirtschaftliche Schrumpfung.

China schwächelt

Dagegen zeigte der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA, der gestern veröffentlicht wurde, mit 61,3 Punkten nicht nur eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vormonat, sondern er fiel auch wesentlich besser als erwartet aus. Die industriellen Aktivitäten der USA sind damit auf das höchste Niveau seit 2004 gestiegen, vor allem im Bereich der Neuaufträge und Beschäftigung gab es große Zuversicht. Heute früh reihte sich dann noch der Einkaufsmanagerindex (Caixin PMI) für den chinesischen Dienstleistungssektor in die Veröffentlichung der Frühindikatoren ein und fiel mit 51,5 Punkten wesentlich schwächer als erwartet aus. Diese Entwicklung bedeutet eine wirtschaftliche Schwächephase in China – eine mögliche Folge der Handelsstreitigkeiten mit den USA.

Metallpreise leiden besonders

Hiervon ist so mancher Rohstoff betroffen, denn China ist einer der weltweit größten Rohstoffabnehmer. Bei Kupfer zum Beispiel kommt rund die Hälfte der globalen Nachfrage aus dem Reich der Mitte. So fällt der Preis des roten Metalls aktuell auf das 2-Jahrestief zurück, das bereits Anfang August erreicht wurde. Silber sinkt sogar auf eine neues Mehrjahrestief und der Goldpreis rutscht wieder unter die bedeutende Unterstützung bei 1.200 US-Dollar je Feinunze. Positiv ist dagegen die Entwicklung beim Ölpreis. Hier befürchten Anleger eine Angebotslücke durch die US-Sanktionen gegen den Iran. Bereits im August gab es eine rückläufige Produktion im Iran, obwohl das Embargo erst im November in Kraft tritt.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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