MÄRKTE AM MORGEN | Sorgen um US-Konjunktur belasten weltweite Börsen
Anhaltend schwache Daten vom US-Immobilienmarkt haben am Mittwoch die US-Börsen deutlich ins Minus gedrückt. So waren die anstehenden Häuserverkäufe im Januar entgegen der Vorhersage der Volkswirte um 4,7 Prozent gesunken. Nachdem bereits die Daten zu den Verkäufen neuer und bestehender Häuser eingebrochen waren, haben sich Investoren gestern Sorgen gemacht, dass die gestiegenen Hypothekenzinsen den Häusermarkt deutlich mehr belasten könnten als erwartet. Er reagiert üblicherweise am stärksten auf ein Umfeld steigender Zinsen. So war der Branchenindex der Aktien der Hausbaufirmen, ein guter Frühindikator, gestern um 2,3 Prozent eingeknickt. Die Bedenken der Investoren spiegelt wider, dass die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,86 Prozent gesunken sind und damit eine Abkühlung der US-Konjunktur signalisieren könnten, zumal die flacher werdende Zinsstrukturkurve das Signal bestätigt hat. In dem Umfeld hat der Dollar gegenüber dem Yen kräftig nachgegeben. Dennoch hat der S&P500 mit einem Minus von 1,1 Prozent am Tagestief geschlossen und notiert unter der 50-Tage-Linie von 2.736,05 Punkten. Zudem hat der Index den DAX mit nach unten gezogen, während der Ölpreis deutlich nachgegeben hat. Innerhalb von sechs Tagen hat der S&P500 damit vier Mal am oder in der Nähe des Tagestiefs den Handel beendet. Umso genauer könnten Investoren heute ab 16 Uhr die Rede von Jay Powell beobachten.
Bridgewater erhöht die Wetten gegen einige DAX-Werte
Der weltgrößte Hedgefonds hat in den vergangenen Tagen die Wetten gegen einige DAX-Aktien aufgestockt. So ist die Netto-Leerverkaufsposition bei der Deutschen Telekom von 0,48 Prozent der Papiere auf 0,50 Prozent gestiegen. Bei Daimler kletterte der Wert von 0,67 Prozent auf 0,70 Prozent. Bei einem Leerverkauf verkaufen Investoren geliehene Papiere in der Erwartung, sie später günstiger zurückkaufen zu können.
Warten auf Powells Rede
Beiersdorf und Zalando haben den Geschäftsbericht vorgelegt. Beiersdorf hat 2017 den Umsatz um 4,5 Prozent gesteigert. Die operative Marge kletterte auf 15,4 Prozent. Für 2018 prognostiziert der Konzern ein Erlösplus „von etwa vier Prozent.“ Die Marge soll stabil bleiben. Zalando peilt für 2018 ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent an. Der bereinigte operative Gewinn soll 220 bis 270 Mio. Euro erreichen, gegenüber 215,1 Mio. für 2017. Gestern hat Adidas-Chef Kasper Rorsted gesagt, dass der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller 2017 einen guten Lauf gehabt habe. „2017 war ein sehr, sehr gutes Jahr für uns“, so Rorsted. Die Ergebnisse werden am 14. März veröffentlicht. Vorbörslich gibt der DAX auf 12.390 Punkte nach. Brent notiert bei 64,90 Dollar je Barrel, Gold bei 1.314 Dollar je Unze. Um 9.55 Uhr wird der Einkaufsmanagerindex für die Industrie Deutschlands bekanntgegeben, um 10 Uhr folgt jener für die Euro-Zone. Um 14.30 Uhr werden in den USA die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben veröffentlicht. Der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie und die Bauausgaben werden jeweils um 16 Uhr bekanntgegeben. Zudem beginnt die Rede von Fed-Chef Jay Powell.
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