31.01.2019 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | US-Notenbank und Facebook entfachen neue Kursfantasie

Noch im Herbst war die amerikanische Notenbank davon ausgegangen, 2019 mindestens zwei Zinserhöhungen vorzunehmen. Wenige Monte später steht fest: Bei der Entscheidung über künftige Zinsschritte will die Fed geduldig agieren – ein starkes Signal für eine Zinspause.

Noch im Herbst war die amerikanische Notenbank davon ausgegangen, 2019 mindestens zwei Zinserhöhungen vorzunehmen. Wenige Monte später steht fest: Bei der Entscheidung über künftige Zinsschritte will die Fed geduldig agieren – ein starkes Signal für eine Zinspause. Angesichts der Warnsignale aus der Konjunktur und von den Kreditmärkten bekommen die Notenbanker kalte Füße. Wie erwartet wurde keine weitere Leitzinserhöhung beschlossen. Möglicherweise ist die Fed bereits am Ende des aktuellen Zinserhöhungszyklus angekommen. Auch beim Bilanzabbau signalisierten die Währungshüter auf ihrer gestrigen Sitzung eine größere Flexibilität.

Gegenwind von der US-Geldpolitik für die Aktienmärkte ist somit vorerst nicht zu erwarten. Zudem deutete die Fed an, im Zweifelsfall schnell auf Veränderungen zu reagieren. Dies schafft Vertrauen, nicht nur bei Anlegern, auch bei den Unternehmen. Entsprechend positiv wurden die Signale aufgenommen: Der Dow Jones stieg um 1,8 Prozent und damit wieder über die 25.000er-Schwelle, für den Nasdaq 100-Index ging es um 2,9 Prozent aufwärts. Minuszeichen dominierten nur bei den Banken und im Telekom-Sektor. Am Devisenmarkt legte der Euro deutlich auf 1,15 Dollar zu. Gefragt ist auch Gold, da das Edelmetall nun nicht mehr einer größeren Konkurrenz durch höhere Zinsen ausgesetzt sein sollte.

Der DAX dürfte die guten Vorgaben ebenfalls nutzen und steht vorbörslich bereits 0,4 Prozent höher bei 11.225 Punkten. Aktien von Wirecard stehen weiter im Fokus, nachdem der Kurs gestern nach Betrugsvorwürfen zeitweise um fast 25 Prozent eingebrochen war.

Facebook ist nicht zu bremsen

Auch die Berichtssaison passt weiter ins freundliche Bild. Apple, Boeing und AMD überzeugten mit ihre Bilanzen ebenso wie nachbörslich Facebook. Der Kurs sprang um knapp zwölf Prozent an. Im vierten Quartal erzielte der Konzern einen Rekordgewinn und übertraf auch beim Umsatz die Prognosen.

Nicht ganz so zufrieden waren Anleger mit dem Zahlenwerk von Microsoft. Dank eines starken Cloud-Geschäfts ist der Softwarekonzern erneut kräftig gewachsen, die anderen Geschäftsbereiche zeigten aber eher eine enttäuschende Dynamik. Minuszeichen leuchteten im späten Handel auch bei Tesla auf. Im vierten Quartal dominierten unter dem Strich zwar schwarze Zahlen, Anleger hatten aber mit mehr gerechnet. Immerhin stellte Tesla auch für jedes Quartal in diesem Jahr einen Gewinn in Aussicht.

China meldet guten Auftakt

Verhalten positiv stimmen hingegen neue Konjunkturdaten aus Peking. Im Januar ist die chinesische Industrie stärker gewachsen als erwartet. Dennoch deuten die Einkaufsmanagerindizes weiterhin auf eine schrumpfende Wirtschaftsleistung hin. In der Dienstleistungsbranche zeigt der Trend hingegen wieder deutlicher aufwärts. In Tokio legte der Nikkei um rund ein Prozent zu, Aktien in China rückten um 0,4 Prozent vor.

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Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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