26.06.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Verstärkte Warnsignale von den Anleihemärkten

Wie so häufig in den Sommermonaten wird das Börsenumfeld wieder stürmischer. Der Handelskonflikt hinterlässt immer deutlichere Bremsspuren in der Wirtschaft und damit auch am Aktienmarkt. Eine Rezession ist zwar nicht in Sicht, da die Einkaufsmanagerindizes weiterhin im Expansionsbereich liegen.

Wie so häufig in den Sommermonaten wird das Börsenumfeld wieder stürmischer. Der Handelskonflikt hinterlässt immer deutlichere Bremsspuren in der Wirtschaft und damit auch am Aktienmarkt. Eine Rezession ist zwar nicht in Sicht, da die Einkaufsmanagerindizes weiterhin im Expansionsbereich liegen. Zumindest in Europa zeigen inzwischen aber alle Frühindikatoren nach unten und lassen zumindest eine Konjunkturverlangsamung erwarten. Auch das Ifo-Institut wird vorsichtiger und revidierte die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für dieses Jahr von 2,6 auf 1,8 Prozent. Klare Signale senden die Anleihemärkte: So liegt die Zinsdifferenz zwischen zwei- und zehnjährigen US-Papieren auf dem tiefsten Niveau seit 2008. Im Vergleich zu Ende Mai verläuft die Zinskurve deutlich flacher und deutet auf ein konjunkturell schwieriges Umfeld. An Chinas Anleihemarkt hat sich die Zinsdifferenz in den vergangenen vier Wochen sogar mehr als halbiert.

Dow Jones taucht unter die 200-Tage-Linie

Nicht nur der DAX sackte am Montag ab, weltweit sind die Aktienmärkte mit tiefroten Vorzeichen in die Woche gestartet. Berichten zufolge will die US-Regierung den Verkauf bestimmter Technologien schützen. Ob dieser Schritt nur China betrifft oder auch andere Länder, ist unklar und verstärkt die Nervosität. Besonders Tech-Titel büßten ein, der Nasdaq 100 verlor 2,2 Prozent. Der Dow notierte zeitweise auf dem tiefsten Stand seit Anfang Mai, holte im späten Handel aber einen Teil der Verluste auf und schloss um 1,3 Prozent tiefer. Dennoch beendete das viel beachtete Barometer erstmals seit Ende Juni 2016 den Handel unter der 200-Tage-Linie. Für Gesprächsstoff sorgte Harley-Davidson: Der Motorradbauer will wegen dem Zollstreit einen Teil seiner Produktion ins Ausland verlegen und bezifferte die Mehrbelastungen durch die Zollerhöhungen in Europa auf 30 bis 45 Mio. Dollar. Edelmetalle wie Gold und Silber profitierten hingegen kaum von der erhöhten Unsicherheit.

DAX mit Gegenbewegung

Auch in Asien dominierten Sorgen vor einer Ausweitung des Handelsstreits. Chinas Staatspräsident Xi Jinping betonte, dass die Volksrepublik bei weiteren US-Sanktionen zurückschlagen werde. Der Shanghai-Composite büßte um 0,8 Prozent ein, während der Nikkei zum Handelsende sogar den Sprung zurück in die Gewinnzone schaffte.

In Frankfurt zeichnet sich ebenfalls eine freundliche Eröffnung ab, der DAX wird 0,5 Prozent höher bei 12.330 Punkten erwartet. Investoren schauen zudem nach Berlin, wo die Spitzen der großen Koalition über die Zukunft der Regierung beraten. Unternehmensseitig stehen Karstadt und Kaufhof unter Beobachtung. Insidern zufolge führen die Eigner, HBC und Signa, wieder Gespräche über ein Gemeinschaftsunternehmen. Am Nachmittag richtet sich das Interesse auf die Daten zum US-Verbrauchervertrauen. Der private Konsum ist eine wichtige Stütze der amerikanischen Wirtschaft.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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