MÄRKTE AM MORGEN | Volatile Handelswoche in Sicht

Trotz der feiertagsbedingten Pause am Dienstag werden Anleger keine Zeit haben, um Luft zu holen. Auf beiden Seiten des Atlantiks läuft die Berichtssaison, besonders das Zahlenwerk von Apple am Dienstag dürfte viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In Deutschland öffnen am Donnerstag mit Adidas, Infineon, Vonovia und Bayer vier Werte aus dem DAX ihre Bücher, Freitag folgen BMW und BASF. Ebenfalls zum Wochenschluss stehen mit den US-Arbeitsmarktdaten die wichtigsten US-Konjunkturdaten in der Agenda. Am Mittwoch wird zudem die Sitzung der US-Notenbank die Investoren beschäftigen.
Gegenwind vom Anleihemarkt
Eine weitere Zinserhöhung dürfte zwar erst im Juni folgen, aber schon jetzt stehen die Renditen an den Anleihemärkten stark im Fokus. In der vergangenen Woche waren die richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen erstmals seit vier Jahren über die Marke von drei Prozent gestiegen, am Freitag endete der Handel bei 2,96 Prozent. Das steigende Zinsumfeld belastet nicht nur die hochverschuldeten USA, sondern drückt über teurere Refinanzierungsbedingungen auch die Rendite der Unternehmen. Zudem sinkt die Attraktivität der Dividendenwerte. Angetrieben werden die Zinsen vor allem von anziehenden Inflationserwartungen, die vom steigenden Ölpreis befeuert werden. Das schwarze Gold steht nach einer Rally von 15 Prozent in den vergangenen vier Wochen auf einem Dreieinhalb-Jahres-Hoch.
In Europa würden sich die Währungshüter hingegen über eine steigende Teuerung freuen. Dazu könnte der Euro einen Teil beitragen. Nach zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten startet die Gemeinschaftswährung bei rund 1,21 Dollar in die Woche, nachdem der Kurs am Freitag auf das tiefste Niveau seit Anfang Januar gefallen war. Heute könnten erneut Konjunkturzahlen den Markt bewegen: Um 14.30 Uhr werden die US-Inflationszahlen veröffentlicht. Für den mit zahlreichen Exportwerten bestückten DAX wäre eine deutlichere Euro-Abwertung positiv.
Ruhiger Auftakt
Zu große Erwartungen sollten Anleger aber nicht haben, vor den wichtigen Terminen in den kommenden Tagen dominiert Zurückhaltung. Zudem präsentierten sich die US-Indizes am Freitag eher lustlos. Eine Ausnahme waren die Aktien von Amazon, die nach starken Quartalszahlen auf Rekordhoch kletterten.
Vorbörslich wird der DAX leicht höher bei 12.600 Punkten erwartet. Aktien der Deutschen Telekom legen ebenfalls zu, die Tochter T-Mobile US will für 26 Mrd. Dollar den Konkurrenten Sprint kaufen. Zuletzt waren zwei Anläufe gescheitert, der letzte im vergangenen November. Bei der Deutschen Bank sorgen Berichte für Gesprächsstoff, nach denen Moody’s wegen der neuen Strategie die Bonitätsnote überprüfen will. Der Ausblick für das langfristige Einlagenrating wurde bereits auf „negativ“ von „stabil“ gesenkt.
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