MÄRKTE AM MORGEN | Währungs- und Handelskrise stimmen auf den September-Blues ein
Der Börsenmonat September hat aufgrund eines Feiertages in den USA und einem kaum veränderten DAX gestern noch gar nicht richtig begonnen. Doch ihm eilt der Ruf voraus, einer der schwächsten Börsenmonate zu sein. Die Statistik ordnet ihn sogar als schwächsten Börsenmonat ein, wenn der S&P 500 und der Dow seit 1950 herangezogen werden. In der gesamten Dow-Historie seit 1896 ergibt sich im Durchschnitt ein Minus von 1,1 Prozent, danach folgt der Februar mit -0,1 Prozent. Allerdings gilt es bei diesen Saisonalitäten auch auf das Börsenumfeld zu achten. So schaffte es der September in den vier Jahren von 1995 bis 1998 in Zeiten der New Economy eine positive Performance zu erzielen. Dagegen kam er in der Zeit danach, also unmittelbar vor und während des anschließenden Abschwungs mit seiner Performance zwischen 1999 und 2002 deutlich unter die Räder. Auch für größere Korrekturen scheint der September anfällig zu sein, wie das Jahr 2008 (Pleite von Lehman Brothers) und 2011 (US-Haushaltsstreit) mit einem Minus von jeweils sechs Prozent gezeigt haben. Insbesondere das Monatsende ist von heftigen Korrekturen begleitet, weil viele Fondsmanager ihre Strategie zum Ende des Quartals umstellen.
Automobilaktien schwächeln
Die Automobilhersteller gehörten gestern wieder mal zu den schwächsten Titeln im DAX – wie schon die meiste Zeit des Jahres. Die neuen Sorgen um eine Zuspitzung des Handelsstreits der USA mit China und Europa sorgen für Unruhe. Das Handelsblatt hatte jüngst errechnet, das eine Anhebung der US-Autozölle um 2,5 auf 25 Prozent zu einer jährlichen Belastung in Milliardenhöhe für die Branche führen würde. Dennoch halten die Firmen an ihrer Strategie fest, mehr E-Autos zu produzieren. Daimler stellt heute ihren ersten E-Geländewagen EQC vor und erwartet eine hohe Nachfrage für dieses Auto.
Argentinien und Türkei mit Gegenmaßnahmen
Eine Verschärfung des Handelsstreits belastet auch heute früh wieder die asiatischen Aktienmärkte, die überwiegend etwas im Minus notieren. Davon kann sich der DAX abkoppeln, er liegt vorbörslich leicht im Plus. Belastend wirkt auch die anhaltende Währungskrise in vielen Emerging Markets, speziell in den Ländern Türkei und Argentinien. Dort wurde eine Handelssteuer eingeführt, um das ausufernde Haushaltsdefizit einzudämmen und in der Türkei gab es die Ankündigung, auf der nächsten Zentralbanksitzung gegen die hohe Inflation vorzugehen. Sie war im vergangenen Monat mit 17,9 Prozent p.a. stärker als erwartet gestiegen.
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