MÄRKTE AM MORGEN | Weichenstellungen stehen an
Von dem Eklat beim G7-Treffen in Kanada zeigen sich die Börsen völlig unbeeindruckt. Selbst neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die deutsche Autoindustrie scheinen zumindest den Gesamtmarkt kaum zu belasten. Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und anderen Ländern bleiben zwar ein Belastungsfaktor für die Märkte, allmählich ist aber auch ein Gewöhnungseffekt zu beobachten. Andere Themen rücken in den Fokus, die zumindest kurzfristig für mehr Bewegung sorgen dürften. Besonders die Notenbanken könnten stark die Richtung beeinflussen. Nahezu alle Marktstrategen rechnen auf der Fed-Sitzung am Mittwoch mit einer Zinserhöhung. Wichtiger wird daher die Frage, ob Notenbank-Chef Jerome Powell auf der Pressekonferenz Hinweise darüber liefern wird, wie viele Zinserhöhungen in diesem Jahr noch folgen.
Was macht die EZB?
Einen Tag später rückt die Sitzung der EZB in den Fokus. Auch hier ist durchaus mit Überraschungen zu rechnen, die Währungshüter könnten ein Ende des Anleihekaufprogramms noch in diesem Jahr verkünden. In der vergangenen Woche hatten entsprechende Andeutungen von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet dem Euro kräftigen Rückenwind gegeben. Sollte die Gemeinschaftswährung weiter aufwerten, wäre dies eher negativ für die Exportaussichten der Unternehmen aus der Eurozone und könnte die Stimmung am Aktienmarkt dämpfen. Am Freitag folgen der Zinsentscheid der Bank of Japan sowie der große Verfall an den Terminmärkten.
Ruhiger Auftakt
Vor den wichtigen Ereignissen halten Investoren ihr Pulver trocken, der DAX steht vor Handelsbeginn etwas fester bei 12.820 Punkten. Die Vorgaben liefern kaum Impulse: Dow Jones und S&P 500 rückten am Freitag um 0,3 Prozent vor, der Technologie-Index Nasdaq 100 schloss unverändert. Leichte Gewinne verzeichnete der Nikkei, in Asien stand vor allem der bevorstehende Gipfel von Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Fokus. Gegenwind für die deutschen Werte kommt von den Währungsmärkten, wo der Euro bei 1,18 Dollar steht und damit knapp drei Cent über dem Tief von Ende Mai.
Deutliche Minuszeichen dominieren vorbörslich bei der Daimler-Aktie. Berichten zufolge hat das Kraftfahrtbundesamt fünf unzulässige Abschaltfunktionen bei Daimler-Fahrzeugen gefunden. Schätzungen zufolge könnten rund eine Million Autos betroffen sein. Heute muss Daimler-Chef Dieter Zetsche beim Bundesverkehrsministerium Rede und Antwort stehen.
Auch bei ThyssenKrupp bleibt es spannend. US-Investor Elliott kritisierte die geplante Stahl-Allianz mit Tata Steel Europe zu den bisher verabredeten Bedingungen. Großaktionär Cevian ist ebenfalls unzufrieden mit der Entwicklung.
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