MÄRKTE AM MORGEN | Wie ist es um die US-Wirtschaft bestellt?

Auf die gestrige Flut an Quartalszahlen reagierte der DAX unter dem Strich mit Verlusten und steht wieder im Bereich der 200-Tage-Linie. Ob der viel beachtete Durchschnitt zum aussagekräftigen Wochenschluss behauptet wird, ist zu Handelsbeginn noch vollkommen offen. Die Marktbreite lässt zumindest Zweifel aufkommen: Aktuell notieren nur gut die Hälfte der DAX-Aktien über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Beim Rekordhoch Ende Januar lag die Quote noch bei 70 Prozent, im Sommer vergangenen Jahres bei über 90 Prozent. Immer weniger Papiere halten somit den Index oben. Auch die Berichtssaison scheint nicht mehr ausreichend Fantasie zu entfachen, wie die jüngsten Marktreaktionen auf beiden Seiten des Atlantiks zeigten. Vor allem in den USA fallen die Kurse trotz sehr guter Quartalsergebnisse.
BMW und BASF liefern
Daran dürften auch die heutigen Zahlen von BMW und BASF kaum etwas ändern. Der Münchner Autobauer verfehlte beim Umsatz die Prognosen, überraschte zugleich aber mit der höchsten Rendite im Konzern seit sieben Jahren. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Durchwachsene Ergebnisse präsentierte BASF: Zwar profitierte der Chemiekonzern von guten Geschäften im Bereich Basischemikalien, Öl und Gas. Wegen dem starken Euro sank allerdings der Umsatz. Höhere Verkaufspreise und ein gestiegener Absatz wurden von der Währungsentwicklung aufgezehrt.
Für den DAX zeichnet sich zunächst eine freundliche Eröffnung ab, im vorbörslichen Handel steigt der Index leicht auf 12.750 Punkte. Unterstützung kommt von den US-Märkten: Nach einer schwachen Eröffnung beendeten die wichtigsten Indizes den Handel nahezu unverändert. Besonders Schnäppchenjäger griffen zu, nachdem der S&P 500 zeitweise unter seiner 200-Tage-Linie notierte. In Tokio blieben Anleger hingegen in Deckung, der Nikkei fiel um 0,5 Prozent. Der Euro startet im Bereich um 1,20 Dollar, Gold steht unverändert bei 1310 Dollar.
Arbeitsmarkt im Fokus
Mit größeren Bewegungen ist erst ab 14.30 Uhr zu rechnen, wenn die US-Arbeitsmarktdaten über die Ticker laufen. Nach den sehr starken Schwankungen beim Beschäftigungsaufbau in den vergangenen Monaten rechnen Analysten für April mit einer Normalisierung und einem Stellenaufbau von 180.000. Die Arbeitslosenquote wird etwas tiefer bei vier Prozent erwartet. Wichtig gerade im Hinblick auf den geldpolitischen Straffungskurs der amerikanischen Notenbank wird das Lohnwachstum. Erwartet wird ein moderater Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und eine unveränderte Vorjahresrate von 2,7 Prozent. Sollten die Zahlen den Prognosen entsprechen, dürfte sich die Fed in ihrem Kurs bestätigt fühlen. Ob es aber noch zu einer Zinserhöhung im Dezember kommen wird, ist fraglich. Der globale Einkaufsmanagerindex ist zuletzt zum zweiten Mal in Folge gefallen. Besonders in den Industrieländern trübte sich die Stimmung wegen den Handelsstreitigkeiten sowie Lieferengpässen ein. Anleger schauen daher auch nach Peking, wo seit gestern zwischen den USA und China die Verhandlungen im Handelskonflikt laufen.
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