MÄRKTE AM MORGEN | Wirecard, Infineon, Google: Hier spielt die Musik
Zum Wochenauftakt präsentierte sich der DAX lustlos und notierte fast den gesamten Tag leicht im Minus. Auch zur heutigen Eröffnung zeichnet sich keine Belebung ab, vorbörslich steht der Markt unverändert bei 11.190 Punkten. Anleger halten derzeit ihr Pulver trocken. Im Handelsstreit zwischen China und den USA dominiert weiterhin nur die Hoffnung auf eine Lösung bis Ende Februar. Noch schlechter sieht es beim Brexit aus. Premierministerin Theresa May will erneut nach Brüssel reisen und ignoriert somit das klare „Nein“ der Europäischen Union zu Nachverhandlungen. Rund 50 Tage bleiben noch, um einen harten Brexit ohne Vertrag oder zumindest eine Verschiebung zu erreichen.
Wie geht es bei Wirecard weiter?
Im Fokus steht weiterhin die Aktie von Wirecard. Mit dem Kursplus von 14 Prozent am Montag holte der Wert bisher nur einen Teil der jüngsten Verluste auf. Kurz vor den Berichten der „FT“ zu Unregelmäßigkeiten in der Filiale in Singapur stand der Wert rund 35 Prozent höher bei knapp 170 Euro. Vorbörslich hält die Erholung an, Investoren zeigen sich beruhigt. Allerdings laufen derzeit noch die Untersuchungen einer von Wirecard beauftragten Anwaltskanzlei.
Bei Infineon sorgt die vorbörslich präsentierte Bilanz für Schwung. Der Chip-Konzern beendete das abgelaufene Quartal wie erwartet mit einem leichten Umsatzrückgang, das Ergebnis übertraf die Prognosen. Wegen der nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik wird der Umsatz für das laufende Quartal aber nur auf einem konstanten Niveau erwartet. Auch für das Gesamtjahr wird ein Umsatzwachstum am unteren Ende der vorhergesagten Spanne in Aussicht gestellt.
Neuigkeiten gibt es auch bei Daimler. Wegen angeblicher Manipulation von Abgaswerten bei Dieselautos muss der Autobauer zusammen mit Bosch vor ein US-Gericht. Aktien der Lufthansa könnten auf die Insolvenz des Ferienfliegers Germania reagieren – die Konsolidierung in der Branche hält an.
Bei Google klingelt die Kasse
Googles Mutterkonzern Alphabet profitierte zuletzt kräftig von höheren Werbeeinnahmen sowie niedrigeren Steuern und steigerte den Gewinn und Umsatz deutlicher als erwartet. Allerdings legten wegen hoher Investitionen auch die Kosten kräftig zu und führten zu einem Margenrückgang auf 21 Prozent. Nachbörslich sank der Kurs um gut drei Prozent.
Im regulären Handel waren vor allem Tech-Aktien gesucht: Amazon, Facebook, Microsoft und Netflix zählten zu den Gewinnern. Der Nasdaq 100-Index legte um 1,2 Prozent zu. Der Dow Jones baute im späten Handel seine Gewinne ebenfalls aus und schloss 0,7 Prozent höher. Minuszeichen überwiegen hingegen in Asien, der Nikkei verliert 0,2 Prozent. Am Devisenmarkt pendelt der Euro seitwärts bei 1,143 Dollar, Gold konsolidiert oberhalb von 1310 Dollar.
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