MÄRKTE AM MORGEN | Woche der Wahrheit für Italien
Die US-Zwischenwahlen sowie die Fed-Entscheidung in der vergangenen Woche hat der DAX recht gut überstanden. Für Entwarnung ist es aber noch viel zu früh. Bereits am Dienstag endet die dreiwöchige Frist, die die Europäische Union Italien für Nachbesserungen der Haushaltsplanung gesetzt hatte. Signale der Entspannung sind hier nicht in Sicht. Die EU-Kommission hält die Konjunkturprognosen der italienischen Regierung für viel zu optimistisch, 2020 könnte das Land sogar die 3-Prozent-Defizit-Grenze der EU reißen. Zuletzt kletterten die Renditen italienischer Staatsanleihen wieder auf über 3,4 Prozent und werden auch in dieser Woche die Richtung an den europäischen Aktienmärkten mit beeinflussen.
Bei Infineon brummt das Geschäft
Neben den zahlreichen politischen Risikofaktoren sorgt auch die langsam auslaufende Berichtssaison immer wieder für Störfeuer. Nach den bisher vorgelegten zahlreichen Gewinn- und Umsatzwarnungen geht von den Bilanzen bisher eher Gegenwind für den DAX aus. Heute rückt das Zahlenwerk von Infineon in den Blickpunkt.
In den vergangenen Monaten profitierte der Chip-Konzern von der starken Nachfrage aus der Automobilindustrie und startet mit gut gefüllten Auftragsbüchern in das neue Geschäftsjahr. Erwartet wird ein Wachstum von neun bis 13 Prozent, Aktionäre sollen eine leicht auf 0,27 Cent erhöhte Dividende erhalten. Auch der Chemiekonzern Lanxess präsentierte am Morgen ordentliche Zahlen für das dritte Quartal.
Für Gesprächsstoff sorgt zudem SAP mit dem größten Zukauf seit 2014. Der DAX-Konzern übernimmt für acht Mrd. Dollar den auf Marktforschung-, Umfrage- und Erlebnismanagementsoftware spezialisierten US-Anbieter Qualtrics.
Durchwachsene Signale
Zum Start in die neue Handelswoche zeichnet sich in Europa ein kleiner Erholungsversuch ab. Vorbörslich steht der DAX rund 0,5 Prozent höher bei 11.580 Zählern. In Asien schaffte der Nikkei nach einer schwachen Eröffnung noch den Sprung in die Gewinnzone. An der Wall Street dominierten hingegen rote Vorzeichen. Der Dow Jones beendete am Freitag den Handel um 0,8 Prozent tiefer. Unter Druck standen vor allem Technologieaktien: Die schwer gewichteten FANG-Werte belasteten den Auswahlindex Nasdaq 100, der um 1,7 Prozent nachgab.
Am Rohstoffmarkt starten die Ölpreise mit deutlichen Aufschlägen. Äußerungen aus den Reihen der Opec lassen darauf schließen, dass die Förderung im kommenden Jahr sinken könnte. Zudem zeichnet sich eine technische Reaktion ab, seit Anfang Oktober sind die Ölpreise um rund 20 Prozent gefallen. Gold setzt hingegen den Abwärtsimpuls fort und steht wieder bei 1200 Dollar.
Gestiegene Zinserwartungen in den USA treiben den Dollar an. Besonders der Euro befindet sich im Rückwärtsgang, im asiatischen Handel fällt der Kurs unter 1,13 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2017.
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