MÄRKTE AM MORGEN | Zahlenflut und Fed bestimmen die Richtung

Nach der Leitzinserhöhung im März um 25 Basispunkte auf 1,5 bis 1,75 Prozent werden die US-Notenbanker heute sehr wahrscheinlich die Füße stillhalten. Auf der nächsten Sitzung Mitte Juni, bei der auch wieder neue Konjunkturprojektionen veröffentlicht werden sowie eine Pressekonferenz stattfindet, scheint eine weitere Anpassung derzeit aber so gut wie sicher: Rund 90 Prozent der Marktteilnehmer rechnen aktuell mit einer Erhöhung auf 1,75 bis zwei Prozent.
Neue Signale aus der Wirtschaft
Weitere Rückschlüsse auf die Geldpolitik erhoffen sich Anleger auch von frischen Konjunkturzahlen. Vor dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag richtet sich das Interesse auf die Daten der privaten Arbeitsagentur ADP, die um 14.15 Uhr über die Ticker laufen. Zuvor rücken die Wachstumszahlen aus dem Euroraum in den Vordergrund (11.00 Uhr). Nach dem kräftigen Aufschwung hat die Dynamik zu Jahresbeginn sehr wahrscheinlich nachgelassen. Den Prognosen zufolge ist das BIP-Wachstum von 0,7 auf 0,3 Prozent gesunken.
Besonders am Devisenmarkt werden Investoren genau auf die Konjunktursignale achten. Am Dienstag war der Euro erstmals seit Mitte Januar wieder unter 1,20 Dollar gefallen. Im Mittelpunkt stand die Verlängerung der Schonfrist bei den US-Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminium für die EU-Staaten. Zudem sorgten Kommentare des US-Handelsbeauftragten Lighthizer zum Handelsstreit mit China für Erleichterung. Zehnjährige US-Zinsen legten leicht auf 2,98 Prozent zu. An den Aktienmärkten blieb das Bild meist freundlich: Während der Dow Jones im späten Geschäft deutlich aufholte und nahezu unverändert den Handel beendete, legte der Nasdaq 100 um 1,2 Prozent zu.
Apple und Autoaktien im Fokus
Aktien von Apple wurden bereits vor Veröffentlichung der Zahlen mit Gewinnen von 2,3 Prozent gefeiert. Im zweiten Quartal setzte der Konzern drei Prozent mehr iPhones ab, der Umsatz legte um 16 Prozent zu, auch der Gewinn überzeugte die Anleger. Zudem werden zusätzliche 100 Mrd. Dollar für Aktienrückkäufe verwendet. Nachbörslich legte die Aktie um knapp vier Prozent zu. Heute wird unter anderem das Zahlenwerk von Tesla erwartet.
Gute Nachrichten gibt es auch für Europas Autobauer: Im April war der US-Absatz recht positiv ausgefallen. Während Konkurrenten wie Ford und Toyota rund fünf Prozent weniger verkauften, erzielte VW ein Plus von 4,5 Prozent und BMW einen Zuwachs von 4,2 Prozent. Daimler setzte gut zwei Prozent mehr ab.
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