MÄRKTE AM MORGEN | Zinsen, Zölle und frische Zahlen
Leitzinserhöhungen wie in den USA stehen bei der Europäischen Zentralbank vorerst nicht auf der Agenda. Die geldpolitische Wende vollzieht sich in der Eurozone sehr langsam. Auch auf der heutigen Sitzung wird EZB-Chef Mario Draghi die Märkte kaum mit überraschenden Ankündigungen verunsichern. Angesichts der verhaltenen Inflationsentwicklung und eines in den nächsten Jahren wohl nur allmählich zunehmenden Preisauftriebs verspüren die Währungshüter keinen Handlungsdruck. Möglicherweise wird Draghi aber auf der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr auf den Hinweis verzichten, die bis Ende September laufenden Anleihekäufe notfalls auszuweiten. Wie es mit dem Programm ab dem Spätsommer weitergehen wird, dürfte aber erst auf der Sitzung im April oder Juni geklärt werden. Derzeit erwarten Analysten, dass die EZB zum Jahreswechsel die Anleihekäufe einstellt, eine erste Zinserhöhung wird im Sommer 2019 erwartet. Bis dahin vergeht noch viel Zeit.
Märkte hoffen auf Zoll-Ausnahmen
Nach zwischenzeitlich deutlichen Verlusten notierte der Dow Jones zum Handelsschluss nur noch mit geringen Abschlägen, die technologielastige Nasdaq 100 schaffte sogar den Sprung in die Gewinnzone. US-Regierungskreisen zufolge sollen Kanada und Mexiko zunächst befristete Ausnahmen von den geplanten Importschranken erhalten, auch andere Staaten könnten ausgenommen werden. Noch liegt hier aber keine Entscheidung vor. US-Präsident Donald Trump könnte sich in seiner harten Linie bestätigt sehen, nachdem sich das US-Handelsbilanzdefizit zuletzt weiter ausgeweitet hat und auf dem höchsten Stand seit Oktober 2008 liegt.
DAX in der Warteschleife
Am Frankfurter Aktienmarkt werden sich Anleger auch wegen der bevorstehenden EZB-Sitzung zunächst zurückhalten. Vorbörslich wird der Index leicht höher bei rund 12.270 Punkten erwartet, nachdem auch der Nikkei den Handel 0,5 Prozent höher beendete. Fakten gab es vor Handelsbeginn bereits von einigen DAX-Unternehmen. Merck steigerte den Gewinn im Gesamtjahr um zwei Prozent auf 15,3 Mrd. Euro und erreichte damit das untere Ende der eigenen Prognosespanne. Für 2018 rechnet der Pharma- und Spezialchemiekonzern mit einem moderaten organischen Umsatzwachstum. Die Dividende steigt um 5 Cent auf 1,25 Euro je Aktie. Sondereffekte aus der US-Steuerreform und verbesserte Margen spielten Linde in den vergangenen Monaten in die Karten. Im Vordergrund steht aber weiter die Fusion mit dem US-Gasekonzern Praxair. Linde sieht sich im Plan, der Abschluss wird im zweiten Halbjahr erwartet.
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