MÄRKTE AM MORGEN | Zu große Sorglosigkeit mahnt zur Vorsicht
Besser hätte der Auftakt kaum verlaufen können. Der überraschend kräftige Anstieg des ifo-Index erwischte viele Bären auf dem falschen Fuß. Erstmals seit neun Monaten ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft wieder gestiegen. Trotz des Handelsstreits und der Türkeikrise blicken die Unternehmer wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Damit sollte die deutsche Wirtschaft im laufenden Quartal die gute konjunkturelle Dynamik aus den vergangenen Monaten beibehalten. Passend dazu kommen Signale der Entspannung aus Amerika. Mexiko und die USA haben ihre Streitigkeiten zum nordamerikanischen Handelsabkommen Nafta weitgehend beigelegt. Damit steigen die Chancen, dass auch Kanada wieder zu Gesprächen bereit ist. Regierungskreisen zufolge könnte bis Freitag eine Einigung erzielt werden.
Wall Street startet durch
Durchweg stark präsentierten sich die amerikanischen Börsen: Der marktbreite S&P 500 erreichte ebenso ein Rekordhoch wie der Nasdaq Composite, der erstmals über 8000 Zähler notierte. Für den Dow Jones ging es um ein Prozent auf 26.049 Punkte aufwärts. Langsam rückt die Bestmarke von Ende Januar bei 26.617 Punkten wieder in Reichweite. Angeführt wurde die Gewinnerliste von Bankaktien wie Goldman Sachs.
Bei den Technologie-Werten erreichten die Papiere von Amazon eine frische Bestmarke, Tesla zählte hingegen mit minus 1,1 Prozent zu den größten Verlierern. Konzern-Chef Elon Musk hat seinen Plan aufgegeben, den Elektroauto-Hersteller von der Börse zu nehmen. Anleger befürchten, dass der Zick-Zack-Kurs langwierige Untersuchungen der Börsenaufsicht SEC nach sich ziehen wird. Zudem hat Musk mit der Börsenrückzugsgeschichte massiv an Glaubwürdigkeit verloren.
Angstbarometer am unteren Ende
Kauflaune dominierte auch an den Börsen in Asien, der Nikkei rückte um 0,4 Prozent vor. Hingegen bleiben DAX-Anleger im vorbörslichen Handel noch in Deckung, der Index wird nahezu unverändert bei 12.550 Punkten taxiert. Der Vertrag zwischen Mexiko und den USA könnte vor allem Auto-Aktien treiben. Deutsche Hersteller produzieren in Mexiko, die Fahrzeuge sind teilweise für den späteren Export in die Vereinigten Staaten bestimmt.
Allerdings könnte die Luft auf der Oberseite schon bald wieder dünn werden. In den vergangenen Monaten erwies sich der VDAX New als gutes Barometer, um Wendepunkte zu erkennen. Auch jetzt dürften wieder viele Akteure die Entwicklung genau verfolgen. Schon häufig in diesem Jahr kam es zu Verlusten beim DAX, wenn das Volatilitätsbarometer bei rund 14 Punkten notierte. Nach dem Sprung auf bis zu 20 zur Monatsmitte liegt der VDAX New aktuell wieder bei 14,5 Zählern.
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