29.06.2018 10:30
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MÄRKTE AM MORGEN | Zwischen Hoffen und Bangen

Von der Katerstimmung nach der WM-Pleite wurde am Donnerstag auch der DAX angesteckt. Im Handelsverlauf sackte der Index auf den tiefsten Stand seit Anfang April. Auch die Monatsbilanz für den Juni fällt mit minus 3,3 Prozent bisher schwach aus. Der deutsche Aktienmarkt zeigte zuletzt erneut relative Schwäche gegenüber anderen Indizes.

Von der Katerstimmung nach der WM-Pleite wurde am Donnerstag auch der DAX angesteckt. Im Handelsverlauf sackte der Index auf den tiefsten Stand seit Anfang April. Auch die Monatsbilanz für den Juni fällt mit minus 3,3 Prozent bisher schwach aus. Der deutsche Aktienmarkt zeigte zuletzt erneut relative Schwäche gegenüber anderen Indizes. So büßte der Euro Stoxx 50 um moderate 1,2 Prozent ein, S&P 500 sowie der Nasdaq 100 liegen sogar leicht im Plus. Doch auch an der Wall Street könnte es im Juli ungemütlicher werden. Der Dow Jones steht im Umfeld seiner 200-Tage-Linie, der gleitende Durchschnitt wurde in diesem Jahr auf Wochenschlusskursbasis immer verteidigt. Aktien aus den Bereichen Technologie und zyklischer Konsum zählten in den vergangenen Tagen zu den größten Verlierern. Der Industrie-Sektor büßte seit Monatsbeginn um mehr als fünf Prozent ein, während defensive Branchen wie die Versorger, Basiskonsumgüter und Immobilienwerte gefragt waren. Einige Marktteilnehmer warnen davor, dass eine solche Entwicklung meist am konjunkturellen Hochpunkt zu beobachten ist.

Silberstreif am Horizont

Zumindest zum Wochenschluss zeichnet sich eine Erholung ab. Auf dem EU-Gipfel erzielten die EU-Regierungschefs einen Kompromiss bei der Migrationspolitik. Allerdings ist noch offen, ob damit auch der Koalitionsstreit mit der CSU beendet ist. Dies wird sich wohl erst am Wochenende entscheiden. Am Devisenmarkt reagieren Investoren aber mit Erleichterung, der Euro springt gegen den Dollar um fast einen Cent auf 1,165 Dollar.

Auch am Aktienmarkt stehen die Zeichen auf Erholung, der DAX wird knapp 100 Punkte höher bei 12.280 Zählern erwartet. Damit folgt der Markt den guten Vorgaben aus den USA. Trotz enttäuschender Daten zum US-Wachstum im ersten Quartal und widersprüchlichen Signalen im Handelsstreit griffen Anleger vor allem bei den spekulativeren Tech-Aktien zu. Der Nasdaq 100-Index kletterte um 0,9 Prozent, für den Dow Jones ging es um 0,4 Prozent aufwärts. Aktien von Amazon legten um 2,5 Prozent zu, hier feierten Anleger den Einstieg des weltgrößten Online-Einzelhändlers in den Medikamentenhandel.

Deutsche Bank scheitert

In Frankfurt sorgt das Ergebnis des zweiten Stresstests der US-Notenbank für Gesprächsstoff. Als einziges Institut fiel die Deutsche Bank durch. Auch der Autosektor bleibt in Bewegung: BMW kündigte für die Elektroautos einen Milliardenauftrag an den chinesischen Batterieproduzenten CATL an.

Einige Konjunkturdaten dürften ebenfalls für Beachtung sorgen. Um 11 Uhr laufen die Vorabschätzungen für die Inflationsdaten in Europa über die Ticker, um 14.30 Uhr folgt die Konsumentenpreisentwicklung in den USA. Gegen 15.45 Uhr wird zudem der Einkaufsmanagerindex Chicago veröffentlicht, um 16 Uhr das Konsumklima der Uni Michigan.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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