MÄRKTE AM MORGEN | Zwischen Hoffen und Bangen
Wieder einmal sorgt US-Präsident Donald Trump für Nervosität an den weltweiten Finanzmärkten. Berichten zufolge könnten die Zölle auf chinesische Waren schon bald massiv ausgeweitet werden, er bezeichnete den Wert der betroffenen Güter mit 500 Mrd. Dollar. Zudem warf er der Volksrepublik sowie der EU Währungsmanipulationen vor. Auch mögliche US-Strafzölle auf europäische Importautos bleiben ein Thema auf dem Parkett. Die Hoffnungen ruhen daher auf EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Handelskommissarin Cecilia Malmström, die am Mittwoch in Washington erwartet werden. Analysten rechnen allerdings kaum mit positiven Überraschungen, nachdem auch das G20-Treffen am Samstag keinen Durchbruch brachte.
Unternehmenszahlen sorgen für Abwechslung
Wieder einmal ruhen die Hoffnungen daher auf der laufenden Berichtssaison. Erst am Freitag sorgte Microsoft mit besser als erwarteten Zahlen für eine positive Überraschung, die Aktie stieg auf Rekordhoch. Auch der Mischkonzern Honeywell punktete mit starken Ergebnissen, während General Electric deutlich weniger verdiente und am Freitag mit Verlusten von gut vier Prozent abgestraft wurde. Die deutschen Firmen präsentierten hingegen bisher eher durchwachsene Zahlen. Am Mittwoch öffnen der Gasehersteller Linde sowie die Deutsche Börse ihre Bücher. Am Donnerstag schaut der Markt auf die Zahlen von Covestro und Daimler, zum Wochenschluss folgt BASF. Analysten erwarten, dass zahlreiche Firmen im zweiten Quartal vom schwächeren Euro profitiert haben. Auf der anderen Seite dürften sich viele Manager wegen des schwelenden Handelsstreits eher zurückhaltend zu den weiteren Aussichten äußern.
DAX-Anleger bleiben in Deckung
Angesichts der schwierigen Ausgangslage wird der DAX leicht tiefer bei rund 12.510 Punkten in die neue Handelswoche starten. Aktien der Deutschen Post stehen unter Beobachtung. Unternehmens-Chef Frank Appel forderte bei der Sanierung des schwächelnden Brief- und Paketgeschäfts verstärkte Anstrengungen. Auch Volkswagen bleibt in den Schlagzeilen, dem Konzern machen die neuen Abgasmesszyklen zu schaffen. Wegen Problemen mit dem strengeren Prüfverfahren WLTP müssen die Wolfsburger wahrscheinlich ab August erste Fahrzeuge zwischenlagern.
An den Rohstoffmärkten zeichnet sich ebenfalls ein ruhiger Wochenbeginn ab. Brent steht nahezu unverändert bei 73 Dollar je Barrel. Gold notiert bei 1230 Dollar, der Euro wird bei 1,173 Dollar taxiert.
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