MÄRKTE AM MORGEN | Zykliker bleiben das Zünglein an der Waage
Von einer Trendwende am deutschen Aktienmarkt kann natürlich noch lange nicht die Rede sein. Dafür fällt die schwache Entwicklung der vergangenen Monate zu sehr ins Gewicht. Nur drei Aktien – Deutsche Börse, RWE und Adidas – liegen seit Jahresbeginn prozentual zweistellig im Plus. Lediglich ein Drittel der Blue Chips weist grüne Vorzeichen auf, während ebenfalls rund zehn Titel um mehr als zehn Prozent im roten Bereich stehen. Zumindest kurzfristig sollte die Erholung seit Wochenbeginn aber Mut machen. So waren am Dienstag vor allem Zykliker wie Bayer, Infineon, BMW, HeidelbergCement und Covestro gefragt. Dies lässt auf Zuversicht der Investoren hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung schließen. Beiersdorf, Eon und Vonovia und damit defensive Werte waren hingegen nicht gefragt. Allerdings wird der weitere Weg für den DAX nicht einfacher. Neben technischen Hürden lässt auch die Volatilität nicht mehr viel Spielraum. Der VDAX-New liegt bei 15,4 Punkten und damit nur noch knapp über den jüngsten Tiefs, die bei etwa 14 ausgebildet wurden.
US-Börsen in Feierlaune
Wesentlich stärker präsentieren sich die amerikanischen Märkte. So kletterte der marktbreite S&P 500 am Dienstag auf ein Rekordhoch von 2873 Punkten. Im späten Geschäft kamen die Kurse wieder zurück, weil der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, mehrere Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung eingeräumt hat. Chip-Aktien erholten sich nach den jüngsten Verlusten, die Titel von Intel lagen mit zweieinhalb Prozent an der Spitze im Dow Jones. Tesla rückten sogar um vier Prozent vor. Gerüchte um ein Interesse von Apple am Elektroautobauer sorgten für Auftrieb.
Zur Wochenmitte rücken wieder die anstehenden Handelsgespräche zwischen den USA und China in den Fokus. Eine Einigung wird vorerst nicht erwartet. Auch das Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung dürfte im späteren Handelsverlauf auf Interesse stoßen. Anleger erhoffen sich Hinweise über die weitere Geldpolitik der Fed.
Keine klaren Signale kommen hingegen aus Asien: Der Nikkei rückt um 0,5 Prozent vor, die Börsen in China liegen in gleicher Größenordnung im Minus. An den Devisenmärkten verteidigt der Euro die jüngsten Gewinne und steht bei 1,158 Dollar. Damit lässt zugleich der Rückenwind für die Edelmetalle nach, Gold und Silber notieren unverändert. Öl zeigt sich hingegen leicht erholt, Brent legt um 0,5 Prozent auf 73 Dollar zu. In Frankfurt wird der DAX rund 0,4 Prozent tiefer bei 12.340 Zählern erwartet.
Linde-Praxiar-Fusion steht auf der Kippe
Interesse zieht die Aktie von Linde auf sich. Der Industriegasekonzern geht nach Rückmeldungen von Wettbewerbsbehörden davon aus, dass die in Umsätzen selbst gesetzte Obergrenze für die geforderten Veräußerungszusagen von Firmenteilen überschritten wird. Bis zum 24. Oktober bleibt noch Zeit, den Deal zu retten.
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