Neue Eskalation am Golf treibt Ölpreis nach oben

Ölpreissprung schürt Inflationssorgen


Die Vereinigten Staaten haben eine neue Angriffswelle gegen mehr als 80 Ziele im Iran geflogen. In einer Mitteilung auf der Plattform X bezeichnete das amerikanische Regionalkommando Centcom die Angriffe am Dienstag als "unmittelbare Reaktion" auf jüngste Attacken Teherans gegen Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Die amerikanische Seite erklärte, die Militäraktion sei inzwischen abgeschlossen. Die USA hoben zudem eine Ausnahmeregelung auf, die Verkäufe iranischen Öls ermöglicht hatte. Damit gerät ein erst vor wenigen Wochen geschlossenes Zwischenabkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus erneut unter erheblichen Druck. Der Preis für ein Fass Brent legte seit gestern um rund 4 USD auf 76 USD zu. Der Anstieg des Ölpreises weckt an den Märkten zudem wieder Inflationssorgen. In der Folge gerieten Staatsanleihen unter Druck. Die Rendite 10j. US-Treasuries stieg um 7 Bp. auf 4,55 %, die Rendite 10j. Bundesanleihen kletterte um 5 Bp. auf 2,99 %. Höhere Ölpreise könnten die Teuerung wieder anfachen und damit die Spielräume der Geldpolitik begrenzen. Zugleich droht die Eskalation in der Golfregion das vorläufige Waffenstillstandsarrangement zwischen Washington und Teheran zu gefährden. Für die Finanzmärkte kommt damit zu den Bewertungsfragen im Technologiesektor ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu: die Möglichkeit einer erneuten Energiepreisspirale im Fall/e einer abermaligen längerfristigen Schließung der Straße von Hormus.

Hohe Bewertung von Tech-Aktien wird zunehmend hinterfragt


Die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks mussten gestern deutliche Verluste hinnehmen. Auslöser war vor allem ein kräftiger Rückschlag bei Halbleiterwerten, jenem Marktsegment, das im laufenden Jahr zu den größten Gewinnern gezählt hatte. Ein Branchenindex für Chipunternehmen verlor fast 5 %, die technologielastige Nasdaq gab um 1,8 % nach. Auch ein Rekordgewinn von Samsung Electronics vermochte die Anleger nicht zu beruhigen. Die Skepsis richtet sich dabei zunehmend auf die Frage, ob die hohen Investitionen im KI-Sektor die ambitionierten Bewertungen der Unternehmen tatsächlich rechtfertigen können. Gerade jene Aktien, die in den vergangenen Monaten besonders stark vom KI-Narrativ profitiert hatten, geraten nun stärker unter Beobachtung. Die durchschnittliche 30-Tage-Vola der 50 größten Tech-Unternehmen weltweit liegt mit fast 70 % kaum niedriger als nach dem DeepSeek-Schock Anfang 2025. Dieser war jedoch ein singuläres Ereignis. Seither legte die Nervosität unter den Anlegern jedoch schon seit rund zwölf Monaten kontinuierlich zu. Es ist, als würde sich am Horizont ein Gewitter zusammenbrauen, dessen erster Donnerschlag nur noch eine Frage der Zeit ist.

Le Pen: Kandidatur trotz Schuldspruch

Marine Le Pen will 2027 erneut für das französische Präsidentenamt kandidieren, obwohl ein Berufungsgericht ihre Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern bestätigte. Sie kündigte eine Beschwerde beim obersten Gericht an, wodurch die Strafe vorerst aufgeschoben wird. Ihr politischer Ziehsohn Jordan Bardella rückt damit wieder in die zweite Reihe; im Fall eines Wahlsiegs soll er Premierminister werden.

Nigel Farage: Flucht nach vorn

Nigel Farage legt sein Mandat im britischen Parlament nieder, um es in einer Nachwahl neu zu erringen. Hintergrund ist eine Untersuchung wegen mutmaßlich nicht deklarierter Zuwendungen im Wahlkampf 2024. Der Reform-UK-Chef inszeniert den Schritt als Kampf gegen das Establishment. Gelingt ihm der Sieg, dürfte er seine Rolle als führende Stimme des britischen Protests festigen.



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