| 155/146 Punkte als Kernunterstützungen |
| Traditionell nehmen wir im Rahmen des Jahresausblicks auch den NYSE Arca Gold Bugs unter die Lupe, der die Kursentwicklung der 15 größten Goldminenunternehmen zusammenfasst, welche ihre Produktion in möglichst geringem Umfang absichern. Die Idee dieser Indexkonstruktion liegt darin, dass diese Titel am stärksten von einem Anstieg des Goldpreises profitieren. Ein simpler Blick auf die Kursentwicklung des vergangenen Jahres unterstreicht diese These. So vollzog der NYSE Arca Gold Bugs 2016 einen wahren Husarenritt. So kam es im Januar – nach einem Abtaucher in zweistelliges Terrain (99 Punkte) – zu einer dynamischen Rally. Seit August vollzieht das Aktienbarometer allerdings die klassische „Rolle rückwärts“. Damit steht aktuell die Schlüsselhaltezone bei 155/146 Punkten erneut zur Disposition (siehe Chart 7). Seit Beginn des Jahrtausends hatte die angeführte Zone in schöner Regelmäßigkeit als Unterstützung bzw. Widerstand fungiert. Mit anderen Worten: Da die Vielzahl der Tests die Relevanz der angeführten Zone unterstreicht, muss ein Rebreak dieser Bastion unbedingt verhindert werden. Auf dieser Basis erwarten wir aber eher eine Kursberuhigung, was wir vor allem mit der Konstellation bei den Bollinger Bändern begründen. |
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NYSE Arca Gold Bugs (Monthly) |
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| Weniger Schwankungen in 2017? |
| Schließlich liegen die Begrenzungen des Volatilitätsindikators zwar nicht auf dem Extremniveau von 2014, aber immer noch weit auseinander. Aufgrund des großen Abstands bei den Bollinger Bändern sollte die Achterbahnfahrt des abgelaufenen Jahres 2017 keine Fortsetzung finden. Vielmehr zählen der Goldpreis im Allgemeinen und Goldminentitel im Speziellen möglicherweise zur einzigen Assetklasse, die im Vergleich zum Vorjahr 2017 eine geringere Volatilität zeigen dürfte. Die Analyse des typischen Verlaufs des Goldpreises in Nachwahljahren der USA seit 1973 fördert einen holprigen Jahresstart und zwei gute Phasen im Jahresverlauf zu Tage. Die erste beginnt Anfang Februar und hält bis zum Monatsultimo Mai/Juni an. Die zweite Periode mit zyklischem Rückenwind setzt Mitte August ein und hält bis zum Jahresende an (siehe Chart 8). Dazwischen kommt es im Durchschnittsverlauf zu einer Dürreperiode, welche beim Goldpreis bis in den Hochsommer hinein fast ein Wiedersehen mit dem Jahresauftaktniveau bringt. Unter dem Strich scheint das Edelmetall im typischen Nachwahljahr gut unterstützt zu sein, so dass die zyklische Komponente ein kleines Gegengewicht zu der (noch) verhaltenen charttechnischen Ausgangslage darstellt. |
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Gold (Daily) |
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| Gold: Die Alternative im dritten Quartal? |
| Wie lösen wir diesen scheinbaren Konflikt auf? Zur Beantwortung dieser Frage ist ein weiterer Aspekt wichtig: Wenn Anleger den typischen Verlauf des Goldpreises in 7er-Jahren (1977,1987, 1997 und 2007) heranziehen, dann setzt die zweite saisonal günstige Phase bereits im Juli ein und fällt preislich sogar stärker aus (siehe Chart 9). Aufmerksame Leser haben an dieser Stelle womöglich ein déjà-vu: Auf der Aktienseite betonen verschiedene zyklische Einflussfaktoren die 2017 bestehenden Rückschlagsgefahren im 3. Quartal, während beim Währungspaar EUR/USD aus ähnlichen Überlegungen heraus ab der Jahresmitte möglicherweise eine temporäre Trendwende ansteht. All dies harmoniert bestens mit der zuvor herausgestellten günstigen Edelmetallphase zur gleichen Zeit im typischen Verlauf des 7er-Jahrs. Unter Berücksichtigung aller charttechnischen wie auch saisonalen Faktoren möchten wir als Zwischenfazit festhalten, dass Edelmetalle keine Assetklasse für das Gesamtjahr, sondern vielmehr eine für die Periode Juli/August bis Oktober/November darstellen. Die Sternstunde des Goldpreises schlägt 2017 offensichtlich erst, wenn es zu den ersten Verwerfungen auf der Aktienseite kommt. |
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Gold (Daily) |
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| 200er-Marke: make or break |
| Im nächsten Schritt möchten wir uns der Rohstoffseite zuwenden. Beginnen möchten wir mit der Analyse des CRB Index. Nachdem das Rohstoffbarometer zu Jahresbeginn 2016 noch einmal neue Verlaufstiefs (155 Punkte) verkraften musste, folgte im weiteren Jahresverlauf zumindest der Bruch des steilen Abwärtstrends seit Sommer 2014. Zu der sich bessernden Ausgangslage tragen auch die quantitativen Indikatoren bei. Hervorheben möchten wir in diesem Zusammenhang das 2016 erfolgte Kaufsignal seitens des MACD. Das positive Schnittmuster des Trendfolgers entstand dabei sogar auf niedrigerem Niveau als das Pendant von 2009. Darüber hinaus liegt im Verlauf des RSI eine Bodenbildung vor. Was aus charttechnischer Sicht allerdings noch fehlt ist ein Sprung über die Widerstandszone bei rund 200 Punkten. Neben den jüngsten beiden Verlaufshochs bei 196/97 Punkten speist sich diese aus dem 2009er-Tief bei 200 Punkten. Gelingt der skizzierte Befreiungsschlag, dann ergibt sich deutliches Anschlusspotential bis rund 230 Indexzähler. Auf diesem Niveau bildet die 38-Monats-Linie (akt. bei 228 Punkten) zusammen mit der 23,6%-Korrektur des gesamten Baisseimpulses seit 2008 (230 Punkte), dem Abwärtstrend seit 2008 (akt. bei 232 Punkten) sowie dem Jahreshoch von 2015 bei 234 Punkten ein markantes Barrierenbündel (siehe Chart 10) |
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CRB-Index (Monthly) |
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| WTI: Der entscheidende Zündfunke? |
| Unsere Prognose eines Ölpreis-Comebacks kostete im Januar bzw. Februar vergangenen Jahres zwar noch ein paar Nerven, erwies sich letztlich aber als Volltreffer. Aus charttechnischer Sicht befindet sich das „schwarze Gold“ aktuell erneut vor einer Weichenstellung von ähnlich großer Tragweite. Als entscheidenden Befreiungsschlag definieren wir einen nachhaltigen Sprung über die horizontalen Barrieren bei 51/52 USD. Derzeit kratzt der Ölpreis an diesen Schlüsselmarken. Ein nachhaltiger Spurt würde nicht nur ein aufsteigendes Dreieck nach oben auflösen, sondern gleichzeitig auch eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation – definiert durch die Tiefs bei 37,75/26,05/39,19 USD – vervollständigen (siehe Chart 11). Gleich zwei positiv aufgelöste Chartmuster sollten dem Ölpreis dann Auftrieb bis zunächst rund 60 USD geben. Auf diesem Niveau bildet das Tief vom Juli 2009 im Zusammenspiel mit den Hochs des Jahres 2015 die nächste wichtige Widerstandszone. Das aus den beiden Chartformationen jeweils ableitbare Kursziel ließe sogar auf „mehr“ hoffen, so dass langfristig sogar ein Anlauf auf die 200-Wochen-Linie (akt. bei 69,89 USD) möglich erscheint. |
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WTI Crude (Weekly) |
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| Point & Figure: Neues Investmentkaufsignal |
| Ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg in diese Region definieren die derzeit sehr dicht beieinanderliegenden Glättungslinien der letzten 38 bzw. 200 Monate (akt. bei 63,42/63,60 USD). Beachten sollten Anleger in diesem Zusammenhang den Point & Figure-Chart des Ölpreises. Diese zumindest in Europa etwas in Vergessenheit geratene Chartdarstellungsform verfügt regelmäßig über eine sehr klare Signalgebung. Dies ist aktuell auch das entscheidende Stichwort, denn der P & F-Chart hat jüngst bereits ein neues Einstiegssignal generiert. Deshalb liefert diese Methodik möglicherweise einen Fingerzeig für einen nachhaltigen Ausbruch im eigentlichen Chartverlauf. Die besten saisonalen Rahmenbedingungen findet der Ölpreis von Mitte Februar bis Mitte Oktober vor, um aus der insgesamt günstigen Chartkonstellation Kapital schlagen zu können. Auf der Unterseite gilt es indes, nicht mehr auf Schlusskursbasis unter die Marke von 50 USD zurückzufallen. Ansonsten müssten Anleger von einem Fehlausbruch auf der Oberseite ausgehen. In der Konsequenz erhielte unser Positivszenario einen herben Dämpfer, denn dann müssten die Hoffnungen auf die Ausprägung einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation begraben werden. |
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Gold (Monthly) |
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| Schlussfolgerungen und Fahrplan 2017 |
| Um es offen auszusprechen: Die charttechnische Ausgangslage auf der Edelmetallseite stellt nicht gerade eine Steilvorlage für den Jahresauftakt dar. Möglicherweise ist „Rosinen picken“ die richtige Taktik für 2017. Schließlich weisen eine ganze Reihe von zyklischen Faktoren auf mögliche Wendepunkte im Hochsommer des neuen Jahres hin. Mit aufkommenden Turbulenzen auf der Aktienseite schlägt möglicherweise die Stunde der Edelmetalle. In besten Wortsinn sollte der Goldpreis im 3. Quartal seiner Funktion als „sicherem Hafen“ gerecht werden. Auf der Rohstoffseite sind derzeit untere Umkehrprozesse im Gang. Während der CRB für einen endgültigen Befreiungsschlag noch die Marke von 200 Punkten überwinden muss, ist der Ölpreis bereits einen Schritt weiter. Das nach oben verlassene aufsteigende Dreieck sowie die komplettierte inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation lassen zunächst auf einen Test der Widerstandszone bei rund 60 USD schließen. Perspektivisch dürfte das „schwarze Gold“ sogar bis in den Bereich der 200-Wochen-Linie vorstoßen. |
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Gold (Monthly) |
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