05.08.2016 17:00
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Öl weekly: Preissenkung Saudi Arabiens setzt Ölpreise unter Druck

In der abgelaufenen Woche waren erneut kräftige Rückgänge der Ölpreise zu beobachten. Die Nordseesorte Brent wird zur aktuellen Stunde bei 43,24 US-Dollar je Barrel gehandelt. Zwischenzeitlich notierte diese bei weniger als 42 US-Dollar je Barrel und somit so niedrig wie seit dreieinhalb Monaten nicht. Auf die Preise lastete u.a. eine Preissenkung Saudi Arabien für den asiatischen Markt. Der größte OPEC-Produzent senkte die Preise für die Septemberlieferung um 1,3 US-Dollar je Barrel im Vergleich zur Sorte Oman. Zudem weitete die OPEC ihr Rohölangebot um 130 Tsd. Barrel pro Tag aus. Mit 33,24 Mio. Barrel liegt die OPEC-Förderung auf einem Mehrjahreshoch. Verantwortlich für den Anstieg war das neue Mitgliedsland Gabun (210 Tsd. Barrel/Tag), wohingegen Nigeria und Saudi Arabien im Juli deutlich weniger förderten als im Vormonat. Ebenfalls für Abgabedruck sorgte ein weiterer Rückgang der Netto-Long-Positionen bei Brent. In der vergangenen Woche war ausschließlich ein Aufbau der Short-Positionen für den Rückgang verantwortlich, da diese den Aufbau der Brutto-Long-Positionen überkompensierten.

Auftrieb verliehen dagegen die gestern veröffentlichten US-Lagerbestandsdaten der EIA. Zwar vermeldete diese den dritten (überraschenden) Aufbau der Rohölreserven um 1,4 Mio. Barrel in Folge (Prognose Bloombergkonsens: -1,49 Mio. Barrel). Die Benzinreserven gingen um 3,2 Mio. Barrel zurück. Dieser kräftige Rückgang dürfte den Raffinerien mehr Kapazitäten bei der Rohölverarbeitung ermöglichen, was einer steigenden Rohölnachfrage zur Folge hätte. Daher rechnen wir in der kommenden Woche, bei gleichbleibender Produktion, mit einem kräftigen Abbau der US-Rohölreserven. Dies sollte den Preisen tendenziell weiter Rückenwind geben. Neben den Lagerbestandsveränderungen bei Rohöl und Benzin war ein weiterer Treibender Faktor die US-Rohölproduktion. Diese gab in der vergangenen Woche 55 Tsd. Barrel/Tag nach. Der Rückgang der Produktion ist dabei ausschließlich auf den Rückgang Produktion in Alaska zurückzuführen. Einen Anstieg der US-Schieferölproduktion war in der vergangenen Woche trotz der anhaltenden Bohraktivität (+ 3 neue Bohrungen) nicht zu verzeichnen.

Es ist zu erwarten, dass bei den derzeitigen Preisen die zuletzt kräftige Bohraktivität in den USA wieder eingeschränkt wird, bis erneut Preise um 48 US-Dollar je Barrel bis 50 US-Dollar je Barrel zu beobachten sind. Wir vermuten, dass die Break-Even-Kosten im US-Schieferölsektor sich in dieser Preisregion befinden. Eine Erholung der Preise auf dieses Niveau, dürfte dann wieder dazu führen, dass alte Konkurrenten aufs Neue am Markt aktiv werden. Sollte es in dieser Woche tatsächlich ein kräftiger Lagerabbau an Rohöl zu verzeichnen sein und der Aufbau der spekulativen Brutto-Long-Positionen an den Finanzmärkten anhalten, sollten sich die Preise für Rohöl erholen. Allerdings ein zusätzliches Angebot aus Libyen den von uns erwarteten Preisauftrieb abdämpfen, wenn es gelingt zwei wichtige Öl-Häfen wieder in Betrieb zu nehmen. Laut der staatlichen libyschen Ölgesellschaft sollte dies mit ein Produktionsanstieg um 150 Tsd. Barrel pro Tag innerhalb 14 Tage ermöglichen. Bis zum Jahresende plane das Land die Förderung von Rohöl auf 900 Tsd. Barrel pro Tag hochzufahren, was einer Steigerung von 600 Tsd. Barrel verglichen mit dem heutigen Stand entspräche.

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