Ölpreis springt über 100 USD

Ölpreisschock am Wochenende


Bei der Landtagswahl gestern in Baden-Württemberg fiel das Ergebnis denkbar knapp aus, die Grünen lagen laut vorläufigem Ergebnis mit 30,2 % nur hauchdünn vor der CDU mit 29,7 %. Für die Kapitalmärkte rückt heute allerdings das Thema Öl in den Vordergrund. Die Angriffe Irans auf Ölanlagen im Nahen Osten haben zu teilweisen Stopps der Ölproduktion geführt. Zudem sind Transporte durch die Straße von Hormuz nahezu zum Erliegen gekommen. Der Ölpreis sprang deutlich über die Marke von 100 USD und näherte sich sogar einem Preis von 120 USD je Barrel. Ein schnelles Ende des Iran-Kriegs scheint nicht in Sicht. Mojtab Khamenei, der Sohn des vorherigen iranischen Oberhaupts, wurde vom Iran als Nachfolger benannt. US-Präsident Trump möchte diese Personalie nicht akzeptieren. Dadurch rechnet das Weiße Haus mit einer Verlängerung des Kriegs um vier bis sechs Wochen. Die Kursverluste vom Freitag an den Börsen in Europa und den USA setzten sich heute in Asien in verschärfter Form fort: Der japanische Aktienindex Nikkei fiel um 7 % (seit Jahresbeginn verbleibt hier noch ein Plus von 3 %). Dies lässt auch einen schwachen Wochenauftakt für die Aktienmärkte in Europa und den USA erwarten (Futures auf S&P 500 notierten bei - 2 %).

Energiepreise heizen Inflationssorgen an

Gravierende Auswirkungen hat unterdessen die Schließung der Straße von Hormus. Dies treibt nicht nur die Öl- und Gaspreise, sondern auch die von Aluminium, da am Golf große Produzenten sitzen. Auch die Beeinträchtigung des Flugverkehrs wird allmählich zum Problem. Kein Wunder, dass die Börsen gestern wieder nachgaben. Der Euro Stoxx 50 verlor 1,5 %, der DAX 1,6 % zum Vortag. Wenig Gefallen fanden die schwachen Ausblicke von Deutscher Post DHL (-4,6 %) und Merck (-8,0 %). Bayer (+1,0 %) profitierte hingegen von einem weiteren Schritt zur Bereinigung der Glyphosat-Klagen. Die Wall Street konnte die anfangs deutlichen Verluste großenteils wieder aufholen, der S&P 500 schloss -0,6 % leichter, der Nasdaq-Index mit -0,3 % sogar fast unverändert. Hier halfen starke Zahlen des KI-Chipdesigners Broadcom (+4,8 %). Noch stärker profitierten die Buchungsplattformen Expedia (+13,7 %) und Booking (+8,5 %). Berichte, dass OpenAI Pläne für eine direkte Kaufabwicklung in ChatGPT zurückstellte, ließen die Aktionäre aufatmen. Auf den DAX bezogen stellt sich die Zahlensaison bislang eher schwach dar, wie unsere Auswertung der ersten 28 Berichte zeigt. Die Ergebnisse selbst brachten zumeist wenig Überraschungen, aber unter den Ausblicken überwogen die negativen Impulse mit einem Anteil von rund 40 %. Selbst einige in den vergangenen Jahren vom Erfolg verwöhnte Unternehmen wie die Deutsche Telekom und Heidelberg Materials mussten zurückrudern.

Endspurt bei Berichtssaison


Die Entwicklungen im Iran-Konflikt und daraus eventuell resultierende Engpässe bei Energie und Logistik stehen auch bei den Unternehmen im Fokus. Neben dem Blick auf vergangene Zahlen spielen daher auch die Ausblicke für die Investoren eine große Rolle. Heute legt der US-Konzern Oracle noch seine Zahlen für das abweichende Geschäftsjahr (per 28.2.) vor. Das Tech-Unternehmen plant sehr hohe Investitionen in Rechenzentren. Die stark steigenden Kosten für den KI-Ausbau sollen Tausende von Stellenstreichungen zur Folge haben. Während die Berichtssaison der US-Konzerne schon weitgehend beendet ist, wird es bei den deutschen Unternehmen diese Woche noch spannend: Heute veröffentlicht GEA die Jahreszahlen, am Dienstag folgen Volkswagen und BioNTech sowie am Mittwoch Rheinmetall, Henkel und Uniper. Am Donnerstag berichten dann noch BMW, Brenntag, Daimler Truck, Hannover Rück, RWE und Zalando. Auf Makroebene stehen in dieser Woche Inflationsdaten im Fokus: Am Mittwoch werden die Februar-Entwicklungen der Konsumentenpreise für Deutschland und die USA veröffentlicht.


Wichtige Hinweise


Diese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen.

Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt.

Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern.

Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar.

Herausgeber


Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart

Weitere Nachrichten
Landesbank Baden-Württemberg
09.03.2026 15:00
Werbung der Landesbank Baden-Württemberg Breit gestreut global investieren: Neue Indizes, neue ChancenWer am Aktienmarkt investiert, sollte breit streuen. Am einfachsten geht dies mit global inve ...
Werbung der Landesbank Baden-Württemberg Ausgewählte LBBW Aktien-/Index-AnleihenIm Hinblick auf unsere Umsätze der letzten sieben Tage haben wir für Sie eine Auswahl an Aktien-/Index-Anleihen zus ...
Werbung der Landesbank Baden-Württemberg Unsere LBBW Discount-Zertifikate auf den Basiswert Siemens waren auf Basis der Umsätze der letzten vier Wochen besonders nachgefragt.Siemens ist ein führe ...