Pfund erleidet Rückschlag, DAX und US-Aktien bleiben in der Spur
Großbritanniens Premierministerin Theresa May versprach eine „starke und stabile“ Führung, um für die Brexit-Verhandlungen gut gerüstet zu sein. Nach der Wahl haben die Konservativen die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren. Kurz vor Beginn des Brexit-Gespräche steht das Land vor einer schwierigen Regierungsbildung mit ungewissem Ausgang.
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Pfund erleidet Rückschlag, DAX und US-Aktien bleiben in der Spur
Großbritanniens Premierministerin Theresa May versprach eine „starke und stabile“ Führung, um für die Brexit-Verhandlungen gut gerüstet zu sein. Nach der Wahl haben die Konservativen die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren. Kurz vor Beginn des Brexit-Gespräche steht das Land vor einer schwierigen Regierungsbildung mit ungewissem Ausgang. Entsprechend kräftig fällt die Reaktion an den Devisenmärkten aus: Das Pfund verliert rund zwei Prozent gegenüber dem Dollar und Euro. Eine Erholung ist aber durchaus möglich wenn sich abzeichnet, dass die neue Regierung einen weicheren Brexit-Kurs einschlägt.
EZB entspricht den Erwartungen
Angesichts der nahezu leeren Agenda am heutigen Tag dürfte auch die gestrige EZB-Sitzung noch nachwirken. Die Tauben bei den Notenbankern bleiben vorerst tonangebend. Einige bisher leicht negative Einschätzungen wurden gestrichen, die EZB blickt zuversichtlicher in die Zukunft. Stärkere stimulierende Maßnahmen sind also nicht mehr zu erwarten, eine etwas restriktivere Politik dürfte aber erst in 2018 erfolgen. Als willkommene Begründung verweist die EZB auf die deutlichen Abwärtsrevisionen bei den Inflationsprojektionen. Die Euro-Bullen scheint dies kaum zu beeindrucken, zum Wochenschluss bleibt die Gemeinschaftswährung gegen den Dollar in Reichweite des kürzlich erreichten Hochs. Der DAX startet nahezu unverändert knapp über der Marke von 12.700 Zählern in den Handel.
Business as usual an der Wall Street
Auf der anderen Seite des Atlantiks löste zwar die Anhörung des geschassten FBI-Chefs James Comey großen medialen Wirbel aus. An den Aktienmärkten reagierte man aber sehr gelassen, der Dow Jones kletterte zeitweise sogar auf Rekord. Die meisten Investoren gehen davon aus, dass die Regierungsarbeit durch die Aussagen nicht wesentlich beeinträchtigt wird und die Reformpläne doch noch umgesetzt werden. Grundsätzlich hat aber der Glaube an schnelle konjunkturstimulierende Maßnahmen stark nachgelassen. Dies signalisiert auch die seit Mitte Dezember bereits fallende Zinsdifferenz zwischen den zehn- und zweijährigen amerikanischen Anleihen. Damit sinkt zugleich die Wahrscheinlichkeit von zügigen Zinsanhebungen in den kommenden Monaten, die Aussichten für den Dollar bleiben durchwachsen.
An den Aktienmärkten wird die Währungsschwäche hingegen gern gesehen, weil dies positiv für die Exportwirtschaft der USA ist. Ohnehin läuft es bei den amerikanischen Konzernen gut, wie die jüngste Berichtssaison zeigte. Die Gewinne der S&P 500-Unternehmen legten im ersten Quartal mit 14 Prozent so kräftig zu wie seit sechs Jahren nicht mehr. Solange die Gewinnprognosen für die folgenden Quartale robust bleiben, dürfte auch das Chaos in Washington die Wall Street nicht stärker beeinträchtigen. Aktuelle Unlimited Turbos auf den DAX
BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.
Vorbörslich geben die Bullen weiter Gas, womit der Index sich dem EMA50 bei gut 31.760 Punkten annähern könnte. Dort wurde der Dow Jones zuletzt Ende Mai/Anfang Juni ausgebremst.
Etwas darüber verläuft auch der EMA200 Stunde, womit die Luft für die Käufer kurzfristig etwas dünner wird. Ein Pullback in den Unterstützungsbereich um 1,0072 USD sollte heute nicht überraschen.