Renditerückgänge nach Rekordhochs
Rückgang bei Staatsanleihe-Renditen
Gestern gab es an den Märkten eine leichte Erholung, die Anleiherenditen sanken von ihren Mehrjahreshochs. Insbesondere der Rückgang der Renditen französischer Staatsanleihen sorgte für Erleichterung. Diese waren aufgrund des hohen Staatsdefizits in Frankreich unter starken Druck geraten. Für etwas Entspannung sorgte unter anderem die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen: Als Reaktion auf den starken Renditeanstieg schlug sie in einem ehrgeizigen neuen Haushaltsplan vor, das Staatsdefizit Frankreichs bis spätestens 2032 unter die Marke von 3 % des BIP zu senken. Das drückte die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen auf 4,75 %. Der Aufschlag auf deutsche Bundesanleihen verringerte sich auf 135 Basispunkte, nachdem der Spread am Freitag noch ein 15-Jahres-Hoch markiert hatte. Zehnjährige US-Treasuries gaben bis zum europäischen Schluss um 5 Basispunkte auf 5,26 % nach.
Hohe Nachfrage nach Corporates
Der französische Industriegasversorger Air Liquide nutzte das freundliche Marktumfeld und platzierte gestern drei neue EUR-Anleihen im Gesamtvolumen von 2,0 Mrd. EUR. Diese trafen auf eine sehr hohe Nachfrage der Investoren, die Orders über 12,5 Mrd. EUR abgaben. Daher konnte der international aufgestellte französische Konzern die Neuemissionen sogar mit Renditen begeben, die unterhalb von französischen Staatsanleihen lagen. Auch der Gesamtmarkt für Unternehmensanleihen reagierte positiv, die Risikoaufschläge sanken spürbar. Dies galt nicht nur für die im Investmentgrade eingestuften Unternehmen, sondern insbesondere auch für den schwächer eingestuften High-Yield-Sektor. Die Aktienmärkte in Europa schlossen im Plus. Der Dax stieg um 0,8 % auf 25.449 Punkte, der EuroStoxx 50 verbesserte sich um 0,5 %. An den US-Aktienmärkten gab es sogar neue Schlussrekorde: Der breite Index S&P 500 kletterte um 0,6 % auf 7.819 Punkte, und der technologielastige Nasdaq sprang auf ein Rekordhoch von 27.600. Die Kursanstiege setzten sich heute Morgen in Asien allerdings nicht fort, dort gab es an den Börsen leichte Verluste. Ölpreis und US-Renditen stiegen wieder leicht an.
US-Notenbank im Fokus
Im Fokus steht heute vor allem die Geldpolitik. Die US-Notenbank veröffentlicht am Abend das Protokoll ihrer September-Sitzung. Daraus wird ersichtlich, wie breit die Unterstützung für die Zinserhöhung im September war und welche Bedingungen die Mehrheit der Ausschussmitglieder an weitere Erhöhungen knüpft. Aus Deutschland gab es zum Auftakt heute um 8:00 Uhr immerhin erfreuliche Daten: Die Industrieproduktion stieg im August um 2,0 % gegenüber dem Vormonat und um 2,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies lag deutlich über den Konsens-Erwartungen, die nur mit einem leichten Plus von 0,5 % gegenüber dem Juli gerechnet hatten.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


