Schwacher Arbeitsmarkt, starke Börse
Stellenabbau in den USA
Der am Freitagnachmittag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend. Der Abbau von 23.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft stellte eine Enttäuschung dar, und zudem wurde der Beschäftigungszuwachs für die Monate Mai und Juni um insgesamt gut 100.000 Stellen nach unten revidiert. Außerdem fielen die Stundenlohnzuwächse mit +0,1 % im Monatsvergleich sehr bescheiden aus. Daher sehen wir uns in unserer Außenseitermeinung, dass die US-Notenbank Fed im weiteren Jahresverlauf keine Leitzinserhöhungen vornehmen wird, bestärkt. An den Finanzmärkten wurden die Zinserwartungen entsprechend angepasst - und Befürchtungen über steigende Leitzinsen durch die US-Notenbank unter der Leitung von Kevin Warsh zerstreut. Dies freute die Akteure an den Aktienmärkten: Der S&P 500 ging mit einem Plus von 0,6 % aus dem Handel und erreichte ein neues Rekordhoch.
Solide Daten von der Industrie
Der DAX legte am Freitag um 0,7 % zu und erreichte ein neues Rekordhoch bei 26.319 Punkten; auch Intraday wurde mit 26.445 Punkten eine neue Bestmarke erzielt. Die DAX-Rekordfahrt wurde flankiert von stabilen Konjunkturzahlen: Nach Angaben von Destatis ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni um 0,2 % zum Vormonat gestiegen. Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) blieb im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 saison- und kalenderbereinigt unverändert. Inzwischen scheint die Talfahrt der Industrie beendet, und wir haben hierzulande eine gewisse Stabilität erreicht. Vor dem Hintergrund der Zuwächse der monatlichen Neuaufträge und des angesammelten Auftragsbestands lässt sich daher mit vorsichtiger Zuversicht in die zweite Jahreshälfte schauen. Zu den Abwärtsrisiken gehört die geopolitische Lage sowie die Energieversorgung. Der niedrige Füllstand der Gasspeicher dürfte bald verstärkt in den Blick genommen werden, wie an dieser Stelle bereits hin und wieder diskutiert. Hinzu kommen die niedrigen Pegelstände von Rhein & Co. Hier warnten Binnenschiffer am Wochenende, der Rhein könne bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein.
Hin und Her rund um Hormus
Global liegt der Fokus der Schifffahrt auf der Straße von Hormus. Hier lässt eine dauerhafte diplomatische Lösung weiterhin auf sich warten. Iran erklärte zwar, ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten befinde sich in der Endphase. Eine tatsächliche Wiederöffnung der Wasserstraße knüpft Teheran jedoch an weitere Bedingungen gegenüber den USA: Dazu zählen nach iranischer Darstellung unter anderem Reparationszahlungen für US-Angriffe, ein Ende von Drohungen und militärischem Druck, die Aufhebung von Sanktionen und Blockaden sowie die Freigabe iranischer Vermögenswerte. Derweil gab sich Donald Trump betont gelassen: „Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit“, zitierte ihn das Nachrichtenportal „Axios“. Gelassen zeigten sich auch Öl- und Aktienmärkte zu Wochenbeginn: Der Ölpreis legte nur leicht zu, während die asiatischen Börsenplätze die positiven Vorgaben aus den USA aufnahmen und mit Kursgewinnen in die neue Woche starteten. Heute stehen keine relevanten Konjunkturdaten auf der Agenda.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


