Spaniens Regierung ruft Neuwahlen aus

Märkte freundlich, Nahost im Blick


Die Wall Street schloss am Montag mit einer Tech-Rally - der Nasdaq 100 stieg um 0,87 % und erreichte ein Rekordhoch, angetrieben von Kursgewinnen bei Nvidia und Microsoft. Der S&P 500 legte um 0,66 % zu und lag damit ebenfalls nur knapp unter seinem Allzeithoch. In Europa war die Stimmung angesichts der anhaltenden Euroschwäche weniger euphorisch. DAX und Euro Stoxx 50 schlossen weitgehend unverändert. Die asiatischen Märkte folgten (mit Ausnahme des koreanischen KOSPI) am Dienstagmorgen den US-Märkten nach oben. Brent-Rohöl hält sich derzeit über der psychologisch wichtigen Marke von 100 USD/Barrel. Die Lage in Nahost bleibt angespannt, wobei sich zumindest an einer Stelle etwas Entspannung abzeichnen könnte. Die Türkei und Pakistan verkündeten gestern im Rahmen ihres Verteidigungspaktes mit Saudi-Arabien eine Truppenverlegung in das Königreich. Die Soldaten sollen vor allem Grenzen sichern und Raketen sowie Drohnen abfangen. Denn zuletzt nahmen die Attacken von Huthi-Rebellen im Jemen auf saudische Ölinfrastruktur wieder zu. Und Riad unterstützt derzeit die Offensive jemenitischer Regierungstruppen zur Rückeroberung der Meerenge Bab el-Mandeb, durch welche bis vor Kurzem ein Großteil des saudischen Öls exportiert wurde. Sollte der Vorstoß erfolgreich sein und die Rebellen zurückgedrängt werden, dürfte dies an den Märkten wohl mit Erleichterung aufgenommen werden. Kurzfristig bleibt die Gefahr neuer Angriffe auf Pipelines und Raffinerien sowie damit verbundener Ölpreisanstiege jedoch groß.

Spanien wählt im Winter neu


Ministerpräsident Pedro Sánchez hat am gestrigen Montag vorgezogene Parlamentswahlen für den 29. November angesetzt. Auslöser: Das zersplitterte Parlament hatte am Freitag die Wohnungsdekrete seiner Minderheitsregierung abgelehnt. Dies ist jedoch nicht das erste Mal, dass die sozialistische Regierung mit ihren Vorhaben im Parlament scheitert. Seit 2023 wurde kein ordentlicher Haushalt mehr verabschiedet, und andere Vorhaben wie die Erhöhung der Renten oder die Verkürzung der Arbeitszeit musste die Regierung in der Vergangenheit ebenfalls kassieren. Wirtschaftlich steht das Land dennoch besser da als viele seiner Nachbarländer. Spanien wächst deutlich über dem Euro-Schnitt (der IWF erwartet für 2026 ein Wachstum von 2,1 %) und das Budgetdefizit liegt - im Gegensatz zu Frankreich und Italien - mit 2,4 % unter dem Maastricht-Wert von 3 %. Politisch könnte das Land nach den Neuwahlen dennoch nach rechts rücken. Denn die Sozialisten liegen in fast allen Umfragen zurück. Ob in Folge mit größerer politischer Stabilität zu rechnen sein wird, bleibt abzuwarten. Denn die derzeit führende konservative PP wäre für die Bildung einer stabilen Mehrheit wohl auf die rechtspopulistische Vox angewiesen. Auf kommunaler und regionaler Ebene ist eine Zusammenarbeit der beiden jedoch bereits mehrfach gescheitert.

Wirtschaftsdaten aus Europa und USA

Heute Vormittag werden die Auftragseingänge der deutschen Industrie für August im Vordergrund stehen. Nach dem kräftigen Plus von 2,5 % im Juli erwarten wir einen leichten Rückgang. Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone zu Mittag werden unterdessen zeigen, wie stark sich die erneuten Preisanstiege bei Energie auf die Kauflaune der Verbraucher auswirken. Am Nachmittag könnte es nochmal 'Festhalten' bedeuten. Die Veröffentlichung der US-Handelsbilanz für August könnte im Weißen Haus im Fall einer negativen Überraschung für deutliche Unruhe sorgen.


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