Stimmung ist schlechter als die Lage
Verhaltene Erholung in Deutschland
Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden meldete gestern, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland im zweiten Quartal 2026 mit einer Rate von 0,2 % gegenüber dem Vorquartal zulegte. Die entsprechende Wachstumsrate für das erste Quartal wurde von 0,3 % auf 0,4 % nach oben revidiert. Das Zahlenwerk ist einschließlich der Aufwärtsrevision für das erste Quartal besser als erwartet. Wachstumstreiber ist - einmal mehr - die Auslandsnachfrage, während die Binnenkonjunktur noch verhalten ist. Wenn es gelänge, die Investitionsbedingungen im Inland zu verbessern, wäre auch da noch mehr möglich. Alles in allem scheint die Stimmung schlechter zu sein als die Lage. Die Befürchtungen hinsichtlich der Auswirkungen des Konflikts am Persischen Golf haben sich bislang als nicht stichhaltig herausgestellt. Es besteht erstmals seit längerer Zeit Grund zu vorsichtiger Zuversicht.
Ein Abweichler mehr bei der BoE
Die Bank of England (BoE) hat gestern beschlossen, ihren Leitzins bei 3,75 % zu belassen. Diese Entscheidung entsprach der einhelligen Erwartung der befragten Volkswirte. Es ist jedoch etwas überraschend, dass diesmal drei der neun Mitglieder des Geldpolitischen Rates für eine Anhebung des Leitzinses votierten. Die Abweichler begründeten ihre Voten mit der Sorge vor Zweitrundeneffekten der jüngsten Energiepreisanstiege, auch wenn davon bislang nichts zu sehen war. Aber angesichts der mittlerweile mehrere Jahre anhaltenden Abweichung der Inflation vom BoE-Zielwert sei eine restriktivere Geldpolitik angemessen. Nach unserer Prognose wird die Bank of England im weiteren Jahresverlauf eine Leitzinsanhebung um einen Viertelprozentpunkt beschließen, auch wenn wir die Notwendigkeit dafür bezweifeln.
US-BIP enttäuscht nur vordergründig
Das Wachstum der US-Wirtschaft blieb im zweiten Quartal 2026 mit einer Jahresrate von 1,5 % zwar sowohl hinter den allgemeinen Erwartungen als auch hinter dem im ersten Quartal 2026 verzeichneten Wachstum zurück. Daraus ist jedoch nicht der Schluß zu ziehen, dass sich die US-Konjunktur abkühlt. Die private Inlandsnachfrage ohne Lager - eine Art Kern-BIP - legte im zweiten Quartal mit einer Jahresrate von knapp 4 % zu. Dies zeigt, dass die unterliegende Konjunkturdynamik robust ist. Somit steht die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten einer etwaigen Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank nicht entgegen. Ob eine Leitzinsanhebung angesichts bislang ausbleibender Zweitrundeneffekte bei der Inflation nötig ist, steht dabei auf einem anderen Blatt.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


