Straffung im Gleichschritt

Ölkorrektur trägt Aktienrally


Die Aktienmärkte haben den gestrigen Tag deutlich fester beendet. Der Nasdaq 100 gewann 1,73 %, der S&P 500 1,14 %, auch die europäischen Indizes schlossen durchweg im Plus. Auslöser war weniger eine Neubewertung der Geldpolitik als die Korrektur am Ölmarkt - nach vagen Äußerungen des US-Präsidenten zum weiteren Vorgehen im Iran-Konflikt gab Brent nach und nahm damit Druck von den Renditen. In Asien setzte sich die Erholung heute Morgen fort: Der Kospi legte 2,36 % zu, auch chinesische Aktien gewannen, nachdem Berichten zufolge neue US-Zölle bis nach dem Treffen zwischen Xi und Trump zurückgestellt werden sollen. In Europa bröckelt die Zuversicht wieder etwas: Der Dax-Future verliert 0,32 %, die US-Futures treten auf der Stelle.

BoJ erhöht Leitzins, der Yen fällt


Die Bank of Japan hat den Leitzins heute um 25 Basispunkte auf 1,25 % angehoben - das schnellste Straffungstempo seit 1990. Am Devisenmarkt wertete der Yen auf 157 je US-Dollar ab, weil zwei Gegenstimmen im Direktorium Zweifel am Tempo weiterer Schritte nährten. Damit fügt sich Tokio in ein Muster. Die Fed hat am Mittwoch erstmals seit 2023 erhöht, die Bank of England hielt gestern zwar erwartungsgemäß bei 3,75 % still, doch drei von neun Mitgliedern stimmten für eine Anhebung. Zudem hob die Notenbank den Inflationsausblick an. Der Handlungsdruck dürfte auch in Großbritannien bis zur nächsten Sitzung weiter zunehmen. Dies gilt umso mehr, als eine überraschend robuste Konjunktur derzeit kaum mehr Ausflüchte erlaubt. Für die EZB preisen die Futures aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 53 % für einen weiteren Schritt im Oktober und bis Februar 2027 gut zwei Erhöhungen ein. Unseres Erachtens schießen die Markterwartungen hier etwas über das Ziel hinaus.

Inflationserwartungen und Verfalltag

Der heutige Tag steht vor allem im Zeichen der Inflationserwartungen. Um 10:00 Uhr veröffentlicht die EZB ihre Verbraucherumfrage, erwartet wird ein Anstieg der 1-Jahres-Erwartung auf 3,05 % nach 2,90 %. Für zusätzliche Bewegung könnte der große Verfalltag an den Terminbörsen sorgen: Mit dem dritten Freitag im September laufen Optionen und Futures auf Indizes und Einzelwerte aus, was typischerweise erhöhte Umsätze und sprunghafte Kurse um die Abrechnungszeitpunkte mit sich bringt. In der kommenden Woche stehen auf makroökonomischer Seite die Einkaufsmanagerindizes am Mittwoch im Vordergrund. Das eigentliche Highlight ist jedoch das Treffen zwischen Xi und Trump.


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