Trump will auf schwarzen Montag reagieren

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Die Sorgen vor einer drohenden globalen Rezession als direkte Folge der sich ungehindert ausbreitenden Corona Pandemie hat die weltweiten Finanzmärkte am gestrigen Montag (09.03.2020) in einem so starken Ausmaß durchgeschüttelt, so dass sich mancher Anleger an den Beginn der vergangenen Finanzkrise zurückversetzt gefühlt haben dürfte. Tatsächlich mussten am gestrigen Handelstag Kursverluste hingenommen werden, die mit denen des schwarzen Montags des Jahres 2008 (15.09.2008) durchaus vergleichbar sind. Betroffen von dieser Erschütterung waren zwar alle Anlageklassen, wobei sich aber vor allem beim Öl ein besonders dramatischer Wertverfall beobachten ließ.


Saudi-Arabien flutet den Ölmarkt

Eigentlich waren die saudi-arabischen Vertreter zum Sondertreffen der Organisation der ölexportierenden Länder (OPEC) und Russland am vergangenen Freitag (06.03.2020) mit dem Ziel angereist, eine Drosselung der weltweiten Fördermenge an Rohöl zu vereinbaren. Diese Maßnahme sollte dem Nachfrageeinbruch, verursacht durch die sich abzeichnenden Rezession als Folge des Covid-19 Virus, entgegenwirken und somit den Ölpreis stabilisieren. Da sich jedoch Russland aus Angst vor dem Verlust eigener Marktanteilen diesem Plan verweigerte, reagierte der drittgrößte Ölproduzent der Welt kurzerhand mit der Steigerung seiner Fördermenge auf ein Rekordniveau, was bereits am Wochenende einen dramatischen Wertverfall am Ölmarkt auslöste. Die Ankündigung des halbstaatlichen Energieriesen Saudi Aramco, Raffinerien in Asien, Europa und den USA Sonderrabatte zu gewähren, um die dort ansässigen Abnehmer zur Verarbeitung von saudischem Öl zu bewegen, dürfte den Weltmarktpreis zusätzlich unter Druck gesetzt haben. Als Resultat konnte seit dem gescheiterten Sondergipfel der stärkste Wertverfall des Rohölpreises seit dem Ende des 1. Irakkriegs im Jahr 1991 beobachtet werden.

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Besonders für die nordamerikanischen Schieferölproduzenten nimmt die Ölschwemme schon seit geraumer Zeit existenzbedrohende Züge an. Diese müssen im Durchschnitt zwischen USD 50 und USD 55 für die Produktion eines Rohölfasses aufwenden, können ihr Produkt allerdings in der aktuellen Lage lediglich für USD 34,27 (Stand: 10.03.2020, 11:30 Uhr) am Weltmarkt absetzten. Eine Situation, die bereits über 200 US-amerikanische Produzenten in den vergangen fünf Jahren in die Insolvenz gezwungen hat. Die verbleibenden Hersteller finanzieren sich in der aktuellen Lage über Hochrisikoanleihen, sogenannte junk bonds. Keine guten Nachrichten für US-Präsident Donald Trump, bedroht diese Entwicklung doch die Arbeitsplätze jener Bevölkerungsgruppe, deren Interessenwahrung er sich laut eigener Aussage im Besonderen verschrieben hat und die eine wichtige Zielgruppe seines aktuellen Wahlkampfs darstellt.


Wallstreet setzt kurzfristig den Handel aus

Von der aktuellen Entwicklung am Ölmarkt blieben auch die US-Aktienmärkte nicht verschont. Allen voran mussten amerikanische Energiekonzerne wie Exxon Mobile und Chevron massive Kursrückgange verkraften. Die beiden Indexschwergewichte des Dow Jones Industrial Average trugen einen maßgeblichen Anteil zum größten Tagesverlust des amerikanischen Leitbarometers seit dem Ausbruch der letzten Finanzkrise bei. Da zudem weitere Sektoren bereits zu Handelsbeginn mit Kursverlusten abgestraft wurden, musste der Handel an der Wallstreet für eine Viertelstunde ausgesetzt werden. Neben den Energiewerten gehörten vor allem die Aktien amerikanischer Großbanken wie Goldman Sachs und JP Morgan, die als Kreditgeber der amerikanischen Ölindustrie gelten, zu den größten Verlierern des gestrigen Handelstages. So verwundert es kaum, dass auch der marktbreitere S&P 500 auf eine Talfahrt geschickt wurde. Selbst der technologielastige NASDAQ-100 konnte sich nicht gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen, da auch die Aktien von Technologiegiganten wie Alphabet, Apple und Tesla nicht von den Panikverkäufen verschont blieben. Das Nachgeben des US-Dollars auf breiter Front gegenüber den restlichen wichtigen Weltwährungen fügte sich perfekt in das allgemeine Bild des gestrigen Handelstages an der Wallstreet.

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Trump kündigt Maßnahmen zur Unterstützung der US-Wirtschaft an

Als Reaktion auf die gestrigen Turbulenzen beraumte US-Präsident Donald Trump kurzfristig eine Pressekonferenz an. Hierbei versprach er „sehr substanzielle Erleichterungen“ für von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen und stellte Steuererleichterungen und Kredite in Aussicht. Details seines geplanten Hilfspaketes wolle er am heutigen Nachmittag mit Vertretern des US-Kongress besprechen und diese bei einer anschließenden Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. Wie die Märkte auf das angekündigte Hilfspaket regieren werden und ob sie Donald Trump die Rolle des fähigen Krisenmanagers zutrauen, der die Gefahren einer drohenden globalen Rezession souverän handhaben kann, bleibt abzuwarten.

 

 

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Quelle

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