24.05.2017 17:20
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Unternehmensanleihen weekly: EUR-Corporate-Spreads unverändert. US-Rüstungsindustrie dank „Dealmaker“-Trump vor rosiger Zukunft

Der Mai bleibt ein ereignisloser Monat für den Markt für Unternehmensanleihen. Die Risikospreads für Fremdkapital emittierende Unternehmen in EUR geben mit gegenwärtig 55,6 Basispunkten über Mid-Swaps gemessen am iBoxx EUR Corporates weiterhin ein niedriges Niveau wieder. Ohne die Unternehmen der Bank- und Finanzwirtschaft liegen die Kreditspreads aktuell bei 49,6 Basispunkten (Stand: 22.05.2017). Der EUR-Index für Unternehmensanleihen bewegte sich im aktuellen Monat relativ richtungslos zwischen 51,7 und 57,0 Basispunkten.

Die erste Auslandsreise des neuen US-Präsidenten in den Nahen Osten, Israel und Europa ist nicht nur von seiner außenpolitischen Dimension interessant. Auch die Handelspolitik steht auf der Agenda und könnte besonders der US-Rüstungsindustrie zu Gute kommen. Am vergangenen Wochenende haben die USA und Saudi-Arabien einen umfangreichen Rüstungsdeal vereinbart. In den nächsten zehn Jahren liefern die USA Rüstungsgüter in Höhe von 350 Mrd. US-Dollar an das Königreich, davon alleine noch in diesem Jahr Güter im Wert von 110 Mrd. US-Dollar.

Nicht erst seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist die US-Verteidigungsindustrie ein wichtiger Industriezweig. Mit 1,7 Mio. Arbeitsplätzen, davon 42 % in der Endmontage, und einem Umsatz von 604,7 Mrd. US-Dollar in 2015 kann der Sektor zweifellos als signifikanter Wirtschaftsfaktor in den USA bezeichnet werden. Darüber hinaus machen Rüstungsgüter mit 142,8 Mrd. US-Dollar rund 9,5 % der US-Exporte aus. Der Verteidigungssektor ist zudem eine der wenigen Branchen, die zur Senkung des 737,1 Mrd. US-Dollar schweren Handelsbilanzdefizits beiträgt. Mit Nettoexporten in Höhe von 81,6 Mrd. US-Dollar übertreffen Rüstungsgüter andere Industriesektoren wie Automobil oder Elektronik (‑177,4 Mrd. bzw. ‑181,8 Mrd. US-Dollar). Der Rüstungsdeal zwischen Saudi-Arabien und den USA wird den Exportüberschuss der Rüstungsindustrie weiter ansteigen lassen und die Wettbewerbsposition der US-Hersteller stärken – auch wenn man skeptisch sein darf, ob das sich das endgültige Auftragsvolumen so groß ist, wie Trump es verkündet hat. Untersucht man für jene Unternehmen die Entwicklung ihrer CDS-Spreads, fällt eine deutliche Entspannung seit der Präsidentschaftswahl im November auf. Schon im Wahlkampf haben die Kandidaten eine Erhöhung der US-Militärausgaben in Aussicht gestellt. Dies hat die Gewinnaussichten der US-Rüstungsindustrie beflügelt und zu rückläufigen CDS-Spreads geführt. Seit der Wahlentscheidung hat sich diese Entwicklung verstärkt. Unser Panel an US-Rüstungsunternehmen verzeichnet seit der Wahl einen Rückgang ihrer CDS-Prämien um mehr als 20 %. Die geringeren Risikospreads sollten auch mit günstigeren Konditionen zur Aufnahme von Fremdkapital einhergehen. Nach Abschluss des US-Saudi-Deals sollte sich dieser Effekt verstärken und den CDS-Spreads weitere Entspannung ermöglichen.


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