18.12.2017 13:00
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Unternehmensanleihen weekly: Geldpolitik und hoch bewertete Aktienmärkte als Markttreiber 2018

In der letzten Wochenbarometerausgabe für 2017 präsentieren sich die Anleihespreads von ihrer besten Seite: Auf breiter Front nahe der Jahrestiefststände.

Diesen Schwung aus 2017 werden die europäischen Kreditmärkte ins neue Jahr mitnehmen. Es scheint, als gäbe es wenig, das die gute Stimmung an den Märkten aus der Bahn werfen könnte. Wir haben jedoch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Umschwung schnell und folgenschwer erfolgen kann. Anleger sollten vor diesem Hintergrund insbesondere folgende Themen näher beobachten:

Preissteigerung: Europaweit hat die Konjunktur noch Expansionsspielraum, bis die Outputlücke geschlossen ist und Inflationsdruck entsteht. Zudem verhindern stabile Konsumgüterpreise und ein zumindest in einigen Mitgliedsstaaten geschwächtes Bankensystem eine restriktive Geldpolitik. Dem gegenüber zeigen sich punktuell  Anzeichen für „Blasenbildung“. Eine stärkere Überhitzung wäre ein Warnsignal für die europäischen Kreditmärkte.

Strukturelle Veränderungen: Die „Dauerbrenner“ Brexit und disruptive Geschäftsmodelle durch Digitalisierung werden auch in 2018 eine Rolle spielen. Wahrscheinlich werden es aber nicht diese Faktoren sein, die die Kreditmärkte ins Wanken bringen.

Unternehmensgewinne: Aktienrückkäufe insbesondere amerikanischer Unternehmen trugen in 2017 maßgeblich zur Kursperformance von Aktien bei. Solange Unternehmensgewinne steigen und nicht die Zinsen, bereitet das wenig Sorgen - deutet sich jedoch das Gegenteil an, versiegen auf breiter Front Finanzierungsquellen und das Kreditrisiko steigt stark an. 

Geldpolitik: Die Anleihekaufprogramme der EZB bleiben in 2018 eine sehr wichtige Stütze des Marktes. Es liegt auf der Hand: Früher oder später müssen sich Anleger mit den Folgen eines Nachlassens der Stützwirkung auseinandersetzen.

Spreads im Subinvestmentgrade: High Yield-Anleihen werden am sensitivsten ausschlagen, wenn der Kreditzyklus von der Expansions- in die Kontraktionsphase dreht. Das spricht dafür, den CDS-Spreads, insbesondere in zyklischen Branchen, in den kommenden Monaten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.


Hier können Sie das "Wochenbarometer" mit aktuellen News zu den Kapitalmärkten und weitere Research-Publikationen herunterladen.
 
Quelle

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