30.06.2017 10:30
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Unternehmensanleihen weekly: Spreads verharren auf niedrigem Niveau. Ausfallraten bis Q1 2018 weit unterdurchschnittlich

Die Anleihen des iBoxx-Index bleiben emittentenfreundlich bepreist, Gleiches gilt für die CDS-Spreads. Bei den letzteren sind die europäischen gegenüber den US-Spreads in den letzten zwei Wochen kräftig eingelaufen.

Am Dienstag (27.6.) zeigte sich EZB-Präsident Mario Draghi optimistisch  und sprach von einer kräftiger werdenden konjunkturellen Erholung in der Eurozone. Das löste an den Märkten Spekulationen aus, die EZB könne Anfang nächsten Jahres mit dem so genannten Tapering beginnen.

In jedem Fall geht die Ratingagentur Standard & Poor’s in ihrer aktuellen Corporate-Vorhersage von optimistisch niedrigen Ausfallraten im europäischen Markt aus: 2 Prozent bis März 2018. Der langfristige Durchschnitt dieser Rate (gerechnet auf 12 Monate) für Europa liegt bei 3,2 Prozent.

Gestützt werde diese Schätzung durch robuste konjunkturelle Rahmenbedingungen. Die Arbeitslosenquote sinke seit 2013 und sei nun so niedrig wie seit acht Jahren nicht mehr. Darüber hinaus sind die Kreditvergabebedingungen weiterhin „locker“ und würden sich weiter zugunsten der Emittenten entwickeln. Entsprechend erreichen die Speculative-Grade-Anleiheemissionen  im ersten Quartal 2017 ein Dreijahreshoch.

Als Risikofaktoren erkennt die Agentur aktuell steigende Inflationsraten in einigen europäischen Ländern, Unsicherheiten in Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen und mögliche Einschränkungen durch eine veränderte Handelspolitik der USA. Zudem stellt S&P fest, dass in Europa aggregiert das Kreditrisiko steigt, dass also das durchschnittliche Rating aller Corporates sich verschlechtert. Mittelfristig sei dies jedoch kaum problematisch.

Bezogen auf die weltweiten CDS-Spreads kam es in den letzten zwei Wochen jedoch zu einer weiteren Ausweitung der „Speculative Grade“ Spreads im „B“-Spektrum. Mit 635 Basispunkten liegen sie nun deutlich über ihrem Dreijahresdurchschnitt von 547 Basispunkten. Die „BBB“-Bonitäten engten sich jedoch etwas weiter auf 110 Basispunkte ein – der Dreijahresdurchschnitt liegt hier bei 125 Basispunkten. Der Abstand zwischen Investmentgrade und Subinvestmentgrade vergrößert sich also. Hier erwarten wir in den nächsten Monaten, dass die Schere sich noch etwas weiter öffnet.




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