US-Inflation wie erwartet: Was macht die Fed?

US-Inflation: Nicht gebändigt, aber zumindest im Zaum


Das heutige Blatt im Kalender mit denjenigen Daten, die am Finanzmarkt potenziell für Bewegung sorgen, zeigt nur Einträge der zweiten Reihe. Vielleicht haben die US-Produzentenpreise das Zeug dazu, ein wenig Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Insgesamt gesehen haben aber alle im Wertpapierhandel heute hinreichend Zeit, die Nachrichten vom gestrigen Tag weiterzuverarbeiten. Im Vordergrund hierbei: Der US-Konsumentenpreisindex stieg im Juli 2026 um 0,1 % im Monatsvergleich an, exakt so, wie die Allgemeinheit dies erwartet hatte. Ursächlich für den alles in allem moderaten Wert war ein Rückgang der Preise für Benzin an den Zapfsäulen um rund 3 %. Auf Jahresbasis erhöhten sich die Preise auf der Konsumstufe um 3,4 %, ein Zehntel Prozentpunkt weniger als im Monat zuvor. Zwar hält sich der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent auf erhöhtem Niveau, nahe an der Marke von 89 US-Dollar, ohne viel Bewegung in den vergangenen Stunden: Ausweis einer verfahrenen Lage rund um die Straße von Hormus. Dass die Fed vor diesem Hintergrund alsbald ihre Leitzinsen anhebt, glauben wir nicht. So sehen wir keinerlei Gefahren für eine unmittelbar bevorstehende Preis-Lohn-Spirale in den Vereinigten Staaten. Die US-Inflationszahlen von gestern haben am Finanzmarkt nur wenig verfangen. Der S&P 500 legte um knapp 0,3 % zu, der Nasdaq Composite um 0,5 %. Treiber waren KI- und Halbleiterwerte. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen verlor leicht, die Zehnjährigen liefen seitwärts. Hier wirkte sich auch der jüngste Monatsbericht des US-Schatzamtes aus. Das Fiskaljahr, das dort noch zwei Monate läuft, zeigt bereits jetzt ein größeres Defizit als im Gesamtjahr zuvor. Und: Immense 1,2 Bio. US-Dollar wurden für Zinsleistungen ausgegeben. Zudem liegen die Einnahmen aus den Unternehmensteuern bis dato um 18 % niedriger als vor Jahresfrist. So etwas galt in früheren Zeiten als ein klares Rezessionssignal.

Goldpreis und Ukraine-Krieg: eine enge inhaltliche Verbindung


Der Preis für eine Feinunze Gold beendete den gestrigen Handel bei 4.427 US-Dollar. Aktuell oszilliert er um die Marke von 4.400 US-Dollar. In diesen luftigen Höhen war die Zeitreihe zwei Monate nicht zu sehen. Seit Anfang August will sich beim Goldpreis wieder ein gewisser Aufwärtstrend etablieren. Die vorherige Abwärtsbewegung von Ende Januar scheint Geschichte. Der sechsmonatige Abwärtstrend fiel zusammen mit einer bemerkenswerten Entwicklung in Russland. Die Goldreserven des flächenmäßig größten Landes der Welt schmolzen in der ersten Jahreshälfte um fast 44 Tonnen. Zur Mitte dieses Jahres standen sie so niedrig wie im März 2022. Russland mobilisiert offensichtlich alle verfügbaren Vermögenswerte, um den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Für den kommenden Herbst ist eine Generalmobilmachung vorgesehen. Russland könnte demnächst weiteres Tafelsilber und -gold auf den Markt werfen.


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