US-Wahlen: Wird Trump zur Lame Duck?
Republikaner zittern um Mehrheit
Nach langem Warten und juristischen Streitereien rund um Briefwahl, Wählerregistrierung und zuletzt sogar eine mögliche Namensverwechslung auf Alaskas Stimmzettel stimmen die US-Wähler heute über die Zusammensetzung des Kongresses ab. Gewählt werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 35 der 100 Mitglieder des Senats. Was oftmals vergessen wird: Auch zahlreiche Gouverneure stellen sich heute zur (Wieder-) Wahl und in einigen Bundesstaaten finden Abstimmungen zu politischen Themen statt (darunter die Einführung einer Milliardärssteuer in Kalifornien). Die Republikaner müssen ihre knappe Mehrheit verteidigen. Umfragen sehen die Demokraten im Repräsentantenhaus klar vorn, der Senat gilt als offen. Die Wettmärkte beziffern eine demokratische Senatsmehrheit auf rund 76 %. Ein Sieg der Demokraten in beiden Kammern ('blaue Welle') würde Donald Trump innenpolitisch zur 'Lame Duck' machen und den Demokraten weitreichende Möglichkeiten zur Behinderung der Amtsgeschäfte (u.a. durch das Blockieren von Gesetzen) geben. Die Überraschung bei der Brasilienwahl hat aber gezeigt, dass auch Wettmärkte deutlich daneben liegen können. Erste Ergebnisse kommen in der Nacht auf Mittwoch (MEZ), ein belastbares Gesamtbild gibt es aber wohl erst am Mittwochmorgen.
Ölpreis zwischen Diplomatie und Eskalation
Unabhängig vom Ausgang der Wahl behält Präsident Trump aber weiterhin sein Vetorecht sowie weitreichende Befugnisse bei Zöllen, Einwanderung und Außenpolitik. Gerade bei letzterer dürfte die Spannung in den nächsten Tagen nochmal hoch werden. Medienberichten zufolge stehen Pläne im Raum, nach den Midterms den Iran erneut anzugreifen. Wie schnell die Stimmung kippen kann, zeigte sich in den letzten 48 Stunden. Noch am Montag wurde das Marktgeschehen von kolportierten Gesprächen zwischen iranischen und katarischen Vertretern dominiert, inklusive der Aussage Trumps, dass eine Einigung möglich sei. Brent-Öl gab darauf um fast 8 % nach. In der Nacht auf heute hingegen berichtete das Wall Street Journal von einem US-Angriff auf die Insel Gheschm, die größte Insel im Persischen Golf. Der Ölpreis kletterte in Folge um fast 2 % und liegt nun wieder bei knapp 107 USD je Barrel. Für Entwarnung vor einer erneuten militärischen Eskalation dürfte es also noch zu früh sein.
Wichtige US-Wirtschaftsdaten voraus
Wachsende Zweifel am KI-Boom dominierten zuletzt die Märkte. Neben Margendruck und Kurseinbrüchen setzte auch eine Rotation ein, die technologielastige Indizes wie Nasdaq, KOSPI oder Taiex belastete, während sich Versorger, Industriewerte und Biotechwerte besser hielten. Mit Blick auf die nächsten Tage stehen neben den US-Zwischenwahlen auch der ADP-Beschäftigungsbericht, der ISM-Dienstleistungsindex sowie am Freitag der wichtige Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. In den UK entscheidet zudem die Bank of England am Donnerstag über ihren nächsten Zinsschritt (eine Anhebung von 3,75 % auf 4,00 % erachten wir als wahrscheinlich). Unabhängig davon werden Nachrichten rund um die Straße von Hormus vorerst aber weiterhin das Zins- und Rohstoffgeschehen beeinflussen.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


