21.11.2016 08:30
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USD/JPY monthly: Yen als Spielball der US-Wahl

Im letzten Monat war USD/JPY der Spielball der US-Präsidentschaftswahl und stieg um 5,9% auf 106. Nachdem der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump die Wahl gewann, brach der Kurs auf zwischenzeitlich 101,2 USD/JPY ein, erholte sich allerdings erstaunlich schnell wieder und führt seinen Aufwärtstrend fort. In den Tagen vor der Wahl war der Kurs ein Spiegelbild der Wahlerwartungen. So ging der Kurs in dem Zeitraum zurück, in dem durch das FBI gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ermittelt wurde.

Unmittelbar nach dem sich ein Sieg Trumps abzeichnete, sorgten aufgelöste spekulative Currency Carry Trades für einen zwischenzeitlich starken Yen. Der erste Schock scheint jedoch überwunden zu sein, sodass die meisten Finanzmarktreihen ihrem ursprünglichen Trend folgen. Da die für ein Trump- Szenario ursprünglich erwartete Unsicherheit bislang nicht eingetreten ist, scheint es möglich, dass die US-Leitzinsen bereits im Dezember erhöht werden. So könnte die Fed diesen schon lange Zeit vorbereiteten Schritt durchführen, bevor mögliche Entscheidungen oder Äußerungen Trumps zu Beginn seiner Regierungszeit im neuen Jahr für Unruhe sorgen und einen Zinsschritt riskanter machen. Als Folge dieser Geldpolitik würden die internationalen Finanzströme vermehrt in die USA fließen und für einen temporär stärkeren Dollar sorgen. Indikatorseitig wird eine Leitzinserhöhung gestützt. So stieg die US-Inflation (CPI) im September erwartungsgemäß auf 1,5% yoy nach 1,1% im August. Die Kernrate der Infaltion sank jedoch auf 2,2% (Vormonat:2,3%). Die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 4,9%.Im dritten Quartal hat sich zudem das Wirtschaftswachstum auf 2,9% (qoq, annualisierte Rate) beschleunigt (Q2: 1,4%).

In Japan zeigten die Indikatoren im September ein gemischtes Bild. Die Arbeitslosenquote sank nach einem zwischenzeitlich leichten Anstieg wieder auf das Niveau von 3%. Die Handelsbilanz überzeugte ebenfalls mit einem Plus von fast 500 Mrd. Yen nach einem negativen Saldo von 18,7 Mrd. Yen im August. Jedoch stagnierte die Industrieproduktion (Prognose: +0,9% mom). Die überraschende Ankündigung der BoJ vom September, die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen bei etwa 0% zu lassen und die Zinsstrukturkurve in Richtung einer größeren Steilheit zu steuern, hat an den Devisenmärkten keine nachhaltigen Spuren hinterlassen. Überhaupt scheint die BoJ selbst Zweifel an der Wirkung ihrer Geldpolitik zu haben. So hat Haruhiko Kuroda eingestanden, das Inflationsziel von 2% erst im Jahr 2018 erreichen zu können (ursprünglich war man vom laufenden Jahr ausgegangen). Die Inflationsprognose für das Jahr 2017 hat man von 1,7% auf 1,5% gesenkt, was uns immer noch zu optimistisch erscheint. Zwar betonten BoJ-Offizielle weiterhin, dass die Geldpolitik auch auf absehbare Zeit expansiver ausgerichtet sein soll. Eine nachhaltige Schwächung des Yen halten wir jedoch für unwahrscheinlich.

Mit den gegenläufigen Tendenzen der Zentralbanken erwarten wir zunächst einen weiteren Anstieg des USD/JPY. Fraglich ist unter anderem, wie das Zusammenspiel aus Mengenkontrolle (QE von 80 Billionen Yen jährlich) und Preiskontrolle (Rendite 10-jähriger Staatsanleihen bei 0%) aussehen soll.


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