Verunsicherung an den Finanzmärkten

Verbale Intervention der SNB


Am Devisenmarkt war zum Wochenstart nach der Eskalation des Iran-Konflikts der Schweizer Franken zunächst als sicherer Hafen begehrt. Kurzzeitig näherte sich der Wechselkurs gestern der Marke von 0,9020 Franken je Euro. Im Tagesverlauf legte die Gemeinschaftswährung gegenüber der Schweizer Valuta aber wieder zu. Auch gegenüber dem US-Dollar war ein ähnliches Muster zu beobachten. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte zuvor in ungewohnt deutlicher Weise verkündet, dass ihre Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen erhöht sei. Diese verbale Intervention scheint für den im Tagesverlauf wieder schwächeren Franken verantwortlich zu sein. Die ohnehin schon starke eidgenössische Valuta hat bereits seit Mitte Januar nochmals zum Euro und zum US-Dollar aufgewertet. Auf Sicht der nächsten Monate dürfte der Status des Franken als sicherer Hafen angesichts der anhaltenden globalen Unsicherheit weiter bestimmend sein. Wir gehen daher bis Jahresmitte 2026 von einer Seitwärtsbewegung des Wechselkurses zum Euro aus.

US-Dollar wieder gesucht

Der US-Dollar konnte gestern Boden gegenüber dem Euro gutmachen. Der Anstieg des Ölpreises sorgte für Spekulationen, dass die Federal Reserve eine weniger lockere Geldpolitik als bisher angenommen betreiben könnte. Zudem profitierte der Greenback davon, dass die USA im Gegensatz zum Euroraum ein Nettoexporteur von Öl und Gas ist. Angesichts des Iran-Konflikts ist der Öl- und Gastransport über die Straße von Hormus, über die sonst ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls verschifft wird, massiv behindert. Zudem griff der Iran Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien und Katar an. Dies hatte gestern den Ölpreis auf den höchsten Stand seit über einem halben Jahr getrieben, unkontrollierte Panik blieb aber aus.

Verunsicherung an Aktienmärkte


Auch an den globalen Aktienmärkten lösten die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost Verunsicherung, aber keine Panik aus. Der DAX verlor 2,56 %, auch der Euro Stoxx 50 schloss deutlich in rotem Terrain. Jenseits des Atlantiks fiel das Minus beim Dow Jones mit 0,15 % deutlich geringer aus. Der Nasdaq Composite beschloss den volatilen Handel dagegen sogar mit einem Plus. Krisengewinnler war einmal mehr Gold. Der Preis des Edelmetalls kletterte gestern zeitweise über 5.400 US-Dollar je Feinunze.

Ölmarkt bleibt im Fokus


Auch am heutigen Handelstag bleibt der Ölmarkt im Fokus. Die Angebotsverknappung im Zuge der Behinderung des Schiffsverkehrs auf der Straße von Hormus und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft sowie die Inflation dürften die Finanzmarktteilnehmer weiter beschäftigen. Entscheidend wird sein, ob der Schiffsweg in überschaubarer Zeit wieder befahren werden kann. Damit ließen sich größere Verwerfungen vermeiden. Die Angst vor steigenden Energiepreisen sorgte heute Morgen an den asiatischen Börsen erst einmal für deutliche Verluste. Makrodaten treten derzeit in den Hintergrund. Gestern fand der vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kaum Beachtung. Er fiel weniger als erwartet von 52,6 auf 52,4 Zähler und bleibt damit im Bereich wirtschaftlicher Expansion. Heute stehen die Inflationsdaten für den Euroraum auf dem Programm.


Wichtige Hinweise


Diese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen.

Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt.

Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern.

Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar.

Herausgeber


Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart

Weitere Nachrichten
Landesbank Baden-Württemberg
Werbung der Landesbank Baden-Württemberg Ausgewählte LBBW Aktien-/Index-AnleihenIm Hinblick auf unsere Umsätze der letzten sieben Tage haben wir für Sie eine Auswahl an Aktien-/Index-Anleihen zus ...
Kämpfe gehen unvermindert weiterMit dem heutigen Montag steht Tag 3 der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite vor der Tür. ...
Rally bei KI-Aktien stagniertGestern war einer der mittlerweile seltenen Tage ohne neue Zollandrohungen von Donald Trump und seinen Getreuen. Den US-Aktienmärkten hat es jedoch nicht geholfen, i ...