Vor Fed und Big-Tech-Zahlen wächst die Spannung

Augen auf Bilanzen und Fed


An den Aktienmärkten gab gestern erneut das Thema KI den Takt vor und Technologiewerte standen an der Wall Street klar im Fokus. Der Nasdaq gewann 1,2 %, während der S&P 500 um 0,6 % zulegte. Anleger setzen weiterhin auf die hohe Wachstumsdynamik des Technologiesektors und honorieren robuste Unternehmenszahlen. Zugleich stützt die Erwartung anhaltend hoher Investitionen der Technologiekonzerne in KI-Infrastruktur insbesondere Halbleiter- und Softwaretitel. Der neu entfachte KI-Optimismus treibt heute Morgen bereits die Aktienmärkte in China, Japan und Südkorea an. Auch die europäischen Börsen profitierten gestern von der freundlichen Stimmung. DAX und Euro Stoxx 50 legten jeweils rund 0,8 % zu. Unterstützung kam von einer insgesamt stabilen Konjunkturwahrnehmung. Gefragt waren vor allem zyklische Branchen sowie Technologiewerte, während es bei einzelnen Automobilwerten nach den jüngsten Kursanstiegen zu Gewinnmitnahmen kam. Heute dürfte die Nachrichtenlage kaum weniger dicht ausfallen. Mit den Quartalsberichten von BASF, Mercedes-Benz und Deutsche Bank sowie dem GfK-Konsumklima stehen bereits am Morgen wichtige Impulse auf der Agenda. Im weiteren Tagesverlauf folgt Airbus. Besondere Aufmerksamkeit gilt jedoch dem Fed-Zinsentscheid am Abend und den begleitenden Signalen für den künftigen geldpolitischen Kurs. Parallel legen mit Alphabet, Microsoft, ServiceNow, Ford und T-Mobile US mehrere Schwergewichte Geschäftszahlen vor. Trotz dieser Fülle an marktbewegenden Ereignissen dürfte vorerst Vorsicht dominieren, da viele Anleger vor den richtungsweisenden Unternehmens- und Zentralbankentscheidungen größere Positionierungen scheuen.

Restriktive Kreditvergabe spricht für stabile Leitzinsen


Die Banken im Euroraum haben ihre Standards für Unternehmenskredite im Sommer stärker verschärft als zuvor erwartet. In der Bank Lending Survey (BLS) der EZB verwiesen die 159 Finanzinstitute auf geopolitische Risiken, kräftige Preissteigerungen und eine geringere Risikotoleranz. Für das vierte Quartal erwarten die Institute eine weitere Verschärfung. Bei Wohnungsbau- und Konsumentenkrediten dürften die Vorgaben sogar noch deutlich strenger werden. In Deutschland fällt der Ausblick indes moderater aus. Die 33 von der Bundesbank befragten Kreditinstitute planen für das laufende Quartal lediglich geringfügig restriktivere Richtlinien für Unternehmens- und Konsumentenkredite. Die Standards für Wohnungsbaudarlehen sollen unverändert bleiben. Das hohe Zinsniveau dämpfte bereits im Sommer die Kreditnachfrage der Unternehmen. Auch geringere Investitionen kleiner und mittlerer Betriebe sowie die Nutzung alternativer Finanzierungsquellen trugen dazu bei. Für das vierte Quartal erwarten die Banken im Euroraum eine weitgehend stabile Nachfrage nach Firmenkrediten. In Deutschland rechnen die Institute bei Unternehmenskrediten dagegen mit einem Anstieg, bei privaten Haushalten hingegen mit einem weiteren Rückgang. Damit liefert die Umfrage der EZB ein weiteres Argument für stabile Leitzinsen beim morgigen Zinsentscheid. Höhere langfristige Zinsen verschärfen die Finanzierungsbedingungen bereits und dämpfen damit die konjunkturelle Entwicklung sowie den Inflationsdruck.


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