23.10.2015 09:01
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Zinsen monthly: USA, Eurozone

Als ob es der Risiken nicht genug gäbe, sorgt in den USA die Politik für neue Gefahren in Form der Auseinandersetzungen um die Anhebung der Schuldenobergrenze. Dies könnte auch den Zeitpunkt der Zinswende beeinflussen.

In der Eurozone sollten die niedrigen Zinsen noch länger erhalten bleiben, denn die EZB dürfte trotz bestehender Risiken eine Ausweitung ihres Anleiheankaufprogrammes beschließen.

USA

Die Diskussionen über die US-Wirtschaft drehen sich im Wesentlichen um den Zeitpunkt, an dem die Fed die Zinswende einleiten wird, sowie die Frage, wie und ob der Kongress eine gefährliche Zuspitzung des Streits über die öffentlichen Finanzen verhindern wird. In Bezug auf die Leitzinswende erwarten wir mittlerweile keine Aktivität vor der März-Sitzung, da die Konjunkturdaten sich nach dem September-Treffen verschlechtert haben. Würde man also im Dezember auf der Basis schwächerer Wirtschaftsindikatoren den Leitzins erhöhen, würde dies viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischen. Kritisch ist hier anzumerken, dass die Fed die Konjunkturerwartungen zu hoch geschraubt und den richtigen Zeitpunkt für die Zinswende verpasst hat. Wir gehen von einer temporären Wachstumsabschwächung aus, so dass im März eine Zinserhöhung durchgeführt werden kann. Einen Strich durch die Rechnung könnte der Kongress machen, wenn in den nächsten Wochen die Verhandlungen über die Anhebung der Schuldengrenze scheitern und/oder die Budgetgespräche ergebnislos abgebrochen werden. Im ersten Fall könnte es sogar zu einem Zahlungsausfall kommen, was einem echten so genannten „Schwarzen Schwan-Ereignis“ gleich käme. Im zweiten Fall würde die Regierung einen Ausgabenstopp verhängen („Government Shut Down“), was in vielfacher Weise die wirtschaftliche Lage beeinträchtigen dürfte.

Eurozone

In der Eurozone mehren sich die Spekulationen um eine Ausweitung des Anleiheankaufprogramms der EZB (QE2). Auch wir rechnen mittlerweile angesichts der sinkenden Inflationsraten mit einem solchen Beschluss der Notenbank. Diese dürfte auf der Zinssitzung im Dezember eine Erhöhung der monatlichen Ankaufvolumina um mindestens 10 Mrd. Euro verkünden und zu Jahresanfang 2016 in den Märkten umsetzen. Möglicherweise wird der Beschluss auf der Zinssitzung am 22. Oktober verbal schon vorbereitet. Auch eine Verlängerung des Anleiheankaufprogramms über den September 2016 hinaus könnte in einem zweiten Schritt beschlossen werden, um die Inflationsraten mittelfristig wieder an das Preisziel der EZB von knapp 2% heranzuführen. Von einem Konjunktureinbruch gehen wir in der Eurozone nicht aus, doch die Dynamik könnte sich in der zweiten Jahreshälfte etwas abschwächen.



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Quelle

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